Pressemeldungen Februar 2026
Kunstinstallation im Klagenfurter Dom macht menschliche Verwundbarkeit sichtbar
Mit der Installation „Transformation“ setzt „Kunst im Dom“ 2026 in der Domkirche Klagenfurt ein starkes Zeichen. Die diesjährige Arbeit ist bewusst kein Fastentuch, das verhüllt, sondern eine Enthüllung über den Menschen. Zu sehen ist ein Zug geschundener, verletzter Körper, der sich vom Domplatz durch das Portal bis vor den Altarraum bewegt. Die lebensgroßen Figuren stehen auf einer an ein Gleis erinnernden Metallkonstruktion, ihre Torsi verändern sich farblich von Braun bis Weiß. Im Schlussteil lösen sich die Körper vom Boden und ziehen entlang eines acht Meter hohen Gerüsts nach oben.
Die Kunstinstallation im Klagenfurter Dom erlaubt vielfältige Deutungen. Besucher können Bezüge zum Kreuzweg Christi herstellen und in den Figuren den geschlagenen, gedemütigten, verspotteten und gefallenen Jesus erkennen, aber auch den von Frauen aufgerichteten. In Anlehnung an die Leidensgeschichte wandeln sich die malträtierten Gestalten zu befreiten, erlösten Wesen. Sichtbar wird dabei die menschliche Zerbrechlichkeit, die immer da ist, aber oft übersehen wird.
Dompfarrer Peter Allmaier bringt mit der Kunstinstallation die Frage nach der Verwundungsbereitschaft in die Kirche: Ob Menschen bereit sind, sich für Werte zu engagieren, die letztlich auf Christus hinführen. Die Prozession ergänzt das passive Verwundetwerden um das aktive Eingehen eines Risikos – im Einsatz für andere, für eine Idee oder für den eigenen Glauben, der Spuren hinterlassen kann.
Geschaffen wird die Kunstinstallation im Klagenfurter Dom vom Oberkärntner Bildhauer Hans-Peter Profunser. Er lädt dazu ein, Verbindungen zu den Verwerfungen unserer Zeit herzustellen: Vertreibungen, Kälte und Empathielosigkeit, kriegerische Konflikte sowie der Umgang mit der Umwelt. Zugleich trägt das Werk eine positive Botschaft. Es zeigt Veränderungsmöglichkeiten, will Kraft und Hoffnung geben und daran erinnern, dass Menschen einander Hoffnung schenken können – weil Gott Hoffnung gibt.
Eröffnet wird „Kunst im Dom“ im Rahmen der Aschermittwochsliturgie am Mittwoch, 18. Feber, um 19 Uhr in der Domkirche Klagenfurt mit Josef Marketz. Musikalisch gestaltet der Frauenchor der Dommusik Klagenfurt die Messe mit der „Missa brevis“ von Benjamin Britten. Die Feier wird auch live übertragen.
Die „Kunst im Dom 2026“ kann an Werktagen zwischen 8.00 und 17.00 Uhr und an Sonntagen zwischen 9.00 und 19.00 Uhr besichtigt werden. Die Ausstellung kann von Aschermittwoch, 18. Februar, bis Ostermontag, 6. April, in der Domkirche Klagenfurt besichtigt werden. Führungen für Besuchergruppen oder Schulklassen können über office@klagenfurt.at bzw. 0463/54950 reserviert werden.
Weitere Infos: www. dom-klagenfurt.at
Foto: Mein Klagenfurt