Pressemeldungen Februar 2026
Arbeiterkammer Kärnten holt über 77 Millionen Euro für Beschäftigte zurück
Die Arbeiterkammer Kärnten hat am Donnerstag in Klagenfurt ihre Rechtsschutz Bilanz für das Jahr 2025 präsentiert. Die Vorstellung erfolgte im Rahmen einer Pressekonferenz. Dabei wurden Zahlen zur rechtlichen Unterstützung von Arbeitnehmern in Kärnten sowie aktuelle Herausforderungen im Arbeitsalltag vorgestellt.
Im Jahr 2025 hat die Arbeiterkammer Kärnten 127 266 Beschäftigte vertreten. Insgesamt wurden 77,1 Millionen Euro für Mitglieder erkämpft. Dieses Geld stand den Arbeitnehmern rechtlich zu und wurde durch Beratung und rechtliche Vertretung durchgesetzt. Ein großer Teil der Fälle betraf das Arbeitsrecht. In diesem Bereich erledigte die Arbeiterkammer 2 512 Akte. Dabei wurden 7,9 Millionen Euro für Beschäftigte erreicht. Es ging um offene Lohnzahlungen, unbezahlte Überstunden und falsch berechnete Sonderzahlungen.
Im Sozialrecht konnte die Arbeiterkammer 56,1 Millionen Euro für Betroffene sichern. In diesem Bereich ging es unter anderem um Pensionen, Reha Geld oder Pflegegeldeinstufungen.
Auch bei Fragen zu Beruf, Familie und Gleichstellung suchten viele Menschen Hilfe. In diesem Bereich gab es 13 097 Beratungen. Viele davon betrafen Elternkarenz oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Ein weiterer wichtiger Bereich war der Insolvenzschutz. Der Insolvenzschutzverband der Arbeiterkammer vertrat 1 380 Beschäftigte, deren Arbeitgeber insolvent geworden waren. Dabei wurden 13,1 Millionen Euro geltend gemacht. „Da es bis zu sechs Monate dauern kann, bis der Insolvenz-Entgelt-Fonds Leistungen genehmigt und auszahlt, wurde 2017 die AK-Insolvenz-Soforthilfe eingerichtet. Die Auszahlung erfolgt meist innerhalb weniger Tagen nach Antragstellung, um die laufenden Lebenserhaltungskosten begleichen zu können.“ so Goach. 441 Kärntnerinnen und Kärntner erhielten Unterstützung. Insgesamt wurden rund 1 Million Euro ausbezahlt.
Auch in den Bezirksstellen der Arbeiterkammer wurde intensiv gearbeitet. Dort wurden 3 892 Fälle bearbeitet. Insgesamt konnten rund 21 Millionen Euro für Arbeitnehmer erreicht werden.
In Klagenfurt selbst waren es 1 772 Fälle mit einer Summe von rund 7,7 Millionen Euro.
Ein weiterer Schwerpunkt der Rechtsschutz Bilanz war die psychische Belastung von Beschäftigten. Die Arbeiterkammer Kärnten weist darauf hin, dass der Druck im Arbeitsalltag für viele Menschen steigt. Hohe Arbeitsdichte, Personalmangel und ständiger Zeitdruck belasten viele Arbeitnehmer. Psychische Belastungen werden dabei oft unterschätzt, obwohl sie große Auswirkungen auf die Gesundheit haben. AK Präsident Günther Goach: „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerschutz beschränkt sich längst nicht mehr auf Helme und Sicherheitsschuhe auf Baustellen.“
Im Zusammenhang mit der Rechtsschutz Bilanz hat die Arbeiterkammer Kärnten auch klare Forderungen gestellt. Die AK verlangt eine gesicherte Finanzierung der AUVA und der Österreichischen Gesundheitskasse, damit Prävention und Gesundheitsvorsorge weiterhin möglich sind. Gefordert wird außerdem eine gesetzliche Grundlage für ein Krankenstandsmonitoring.
Darüber hinaus spricht sich die AK dafür aus, Folgeerkrankungen durch psychische Belastungen als Berufskrankheit anzuerkennen. Auch mehr öffentliche Mittel für betriebliche Gesundheitsförderung werden verlangt. Weitere Forderungen betreffen die Stärkung der Selbstverwaltung der Sozialversicherung, klarere Regeln bei medizinischen Begutachtungen sowie Maßnahmen zur besseren Beschäftigung älterer Arbeitnehmer.
Die Rechtsschutz Bilanz zeigt, wie viele Menschen in Kärnten Unterstützung erhalten haben und welche Beträge für Arbeitnehmer gesichert wurden. Für viele Beschäftigte war die Hilfe der Arbeiterkammer entscheidend, um zu ihrem Recht zu kommen.
Foto: AK Hude