Pressemeldungen Dezember 2025
Kinderchirurgen warnen vor Verbrennungen in der Weihnachtszeit
Zwei Kinder standen nach Stichflammen von Feuerschale und Fackel in Flammen, ein Kleinkind wurde durch siedend heißes Wasser verbrüht. Die kleinen Patienten mussten alle intensivmedizinisch versorgt werden. Nun appellieren die Kinderchirurgen an die Eltern, vorsichtig zu sein und ihre Kinder über die Gefahren des Feuers aufzuklären.
Gleich drei Kinder mussten in der vergangenen Woche an der Kinder- und Jugendchirurgie im Klinikum Klagenfurt nach Verbrühungen bzw. Verbrennungen intensivmedizinisch versorgt werden. „Das Jüngste ist 1 Jahr alt, der älteste Patient 9 Jahre alt“, berichten Abteilungsvorstand Prim. Univ.-Prof. Dr. Johannes Schalamon und Oberarzt Dr. Christoph Arneitz, die an die Eltern appellieren gerade rund um die Weihnachtszeit bzw. den Jahreswechsel besonders achtsam zu sein, um schwere Unfälle zu verhindern bzw. im Notfall rasch und richtig zu reagieren.
„Tatsächlich zählen Verbrennungen bzw. Verbrühungen zu den häufigsten Unfallursachen bei Kindern“, so Schalamon, wobei Kleinkinder am stärksten gefährdet sind, eine Verbrühung zu erleiden – und das im eigenen Zuhause. „In unserem konkreten Fall griff ein einjähriges Kind plötzlich nach dem Kabel des in Betrieb genommenen Wasserkochers. Der siedend heiße Inhalt übergoss sich auf Gesicht und Oberkörper des Kleinkindes“, berichtet Arneitz. Im ELKI musste der kleine Patient auf der Intensivstation betreut werden. „Bei ihm kam eine neue Behandlungsmethode zum Einsatz, die wir erst seit einem halben Jahr an unserer Abteilung anbieten“, so die Kinderchirurgen. Dabei handelt es sich um sogenanntes „aktives Plasma“, das aus Eigenblut gewonnen wird und die sehr stark verbrannte Haut zur Wundheilung anregen soll. Dank dieses Vorgehens, wird das Kind wohl keine Folgeschäden davontragen.
„Leider passieren derartige Unfälle immer wieder. Wichtig zu wissen, ist, dass Wasserkocher, aber auch andere elektrische Geräte immer außer Reichweite von Kindern verwendet werden sollten. Und man natürlich auf herabhängende Kabel denken muss“, betonen Schalamon und Arneitz. Hat sich ein Kind mit heißem Wasser verbrüht, die Stelle so rasch wie möglich mit handwarmen Wasser kühlen!
Ein dreijähriges Kind wurde von einer Stichflamme einer Feuerschale in Brand gesetzt. „Die Mutter griff geistesgegenwärtig ein und wälzte ihr brennendes Kind am Boden. Das hat es vor noch schlimmeren Verletzungen bewahrt“, sind sich Schalamon und Arneitz einig. Das Kind, das im Gesicht Verbrennungen davontrug, musste im ELKI operativ versorgt werden.
„Gerade bei Feuerschalen, die in der Adventszeit beliebt sind, gilt es, dass man mit Kindern mindestens 2 bis 3 Metern Abstand halten soll. Zudem sollte man auf keinen Fall flüssige Brandbeschleuniger verwenden – weder zum Anzünden noch zum Nachschütten, was hier passiert ist. Denn es droht Explosionsgefahr, bei Stichflammen entstehen dann Temperaturen bis 400 Grad Celsius“, warnt Schalamon, der zum Glück auch bei diesem Kind Entwarnung geben kann: „Es wird keine Folgeschäden davontragen.“
Der raschen Reaktion seines Bruders verdankt hingegen ein Neunjähriger Schlimmeres. Beim Anzünden einer Fackel kam es zu einer Verpuffung. Die Flammen setzen den Buben in Brand. Arneitz: „Sein Bruder griff sofort ein und wälzte das brennende Kind am Boden.“ Mit Verbrennungen im Gesicht, musste der Schüler von den Kinderchirurgen versorgt werden.
Speziell rund um den Jahreswechsel, befürchten die Kinderchirurgen auch abseits dieser aktuellen Fälle auch wieder einen Anstieg bei Böllerverletzungen. „Wir rechnen auch heuer wieder mit mehreren Fallzahlen zu Silvester.“ Besonders oft betroffen von Verletzungen sind Buben zwischen 8 und 15 Jahren. „Für sie haben Böller bzw. Knaller eine besondere Faszination“, so Schalamon, der betont, dass es meistens nichts nütze, den Kindern das Schießen zu verbieten. „Stattdessen könnten Eltern viel für die Sicherheit ihrer Kinder tun und mit ihnen etwa schon im Vorfeld über die Gefahren beim Umgang mit Böller und Feuerwerkskörper sprechen“, sagt der Abteilungsvorstand der Kinder- und Jugendchirurgie. Schalamon betont: „Auch was das Hantieren mit Feuer im Allgemeinen betrifft, sollte man das Gespräch mit den Kindern suchen, viele sind sich durch den vermehrten Einsatz von LED-Lichtern, den Gefahren gar nicht mehr bewusst.“
Foto: Symbolbild