Pressemeldungen August 2026
Wetterumschwung am Berg: Naturfreunde Kärnten raten zu rechtzeitigem Umkehren
Auch wenn im Tal die Sonne scheint, kann das Wetter in den Bergen rasch umschlagen. Gewitter, Starkregen, starker Wind, Nebel und sinkende Temperaturen können Wanderer innerhalb kurzer Zeit in eine gefährliche Situation bringen. Die Naturfreunde Kärnten empfehlen deshalb, vor jeder Bergtour die Wetterprognose zu prüfen und auch unterwegs die weitere Entwicklung im Auge zu behalten.
Tourenlänge, Schwierigkeit und Startzeit sollten sowohl zur Wettervorhersage als auch zur Kondition und Erfahrung der Gruppe passen. Sinnvoll sind außerdem ausreichend Zeitreserven, vorab festgelegte Möglichkeiten zum Umkehren und eine einfachere Alternativroute.
„Der Gipfel ist immer nur eine Option. Wer rechtzeitig umkehrt, beweist Verantwortungsbewusstsein und alpine Kompetenz“, erklärt Leo Wirnsberger, Alpinreferent der Naturfreunde Kärnten. „Ein Wetterbericht am Morgen allein reicht nicht aus. Auch während der Tour müssen Himmel, Wind, Temperatur und Sicht ständig beobachtet werden.“
Für die Wetterbeobachtung empfehlen die Naturfreunde unter anderem Meteoblue und Bergfex Wetter.
Auch bei sommerlichem Wetter sollte die Ausrüstung auf einen möglichen Wetterumschwung abgestimmt sein. Regen- und Windschutz, warme Reservebekleidung, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, Stirnlampe, Orientierungsmittel und ein geladenes Mobiltelefon gehören laut Naturfreunden zur Grundausstattung. Vor allem die Kombination aus Nässe und Wind kann auch im Sommer zu einer gefährlichen Unterkühlung führen.
Wer am Berg von einem Gewitter überrascht wird, sollte Gipfel, Grate, Kuppen, Gipfelkreuze und einzelne Bäume möglichst rasch verlassen. In einer ausreichend großen Felshöhle sollte Abstand zur Felswand gehalten werden.
Ist kein besser geschützter Platz erreichbar, empfehlen die Naturfreunde eine Kauerstellung mit geschlossenen Beinen auf einer möglichst isolierenden Unterlage, beispielsweise einem trockenen Rucksack oder einem Seil. Mitglieder einer Gruppe sollten Abstand voneinander halten. Bei Starkregen sind Rinnen, Bachläufe und steile Felsbereiche zu meiden. Dort können Sturzfluten, Steinschlag und schnell anschwellende Gewässer zur Gefahr werden. Bei Nebel oder schlechter Sicht sollte zunächst der eigene Standort bestimmt werden, bevor man sich weiterbewegt.
Auf Klettersteigen und in absturzgefährdetem Gelände darf die Sicherung nicht überhastet gelöst werden. Das unmittelbare Absturzrisiko kann dort größer sein als die Gefahr durch einen Blitzschlag.
Können Personen aufgrund von Verletzungen, Erschöpfung oder Unterkühlung nicht mehr sicher absteigen, sollte frühzeitig Hilfe gerufen werden. Der alpine Notruf ist in Österreich unter 140, der europäische Notruf unter 112 erreichbar. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte sollte die Gruppe möglichst vor weiterer Auskühlung geschützt werden und den Anweisungen der Leitstelle folgen.
„Das beste Verhalten bei einem Wettersturz ist, gar nicht erst in die gefährliche Situation zu geraten. Gute Planung, ein früher Start und die Bereitschaft zur Umkehr sind keine Zeichen von Ängstlichkeit, sondern von Erfahrung“, betont Wirnsberger.
Mitglieder der Naturfreunde verfügen über einen Freizeit-Unfallversicherungsschutz, der unter anderem Kosten für Bergungs- und Rettungseinsätze abdeckt. Wer ab 1. September 2026 neu beitritt, erhält laut Naturfreunden im Rahmen einer Bonusaktion 16 Monate Mitgliedschaft zum Preis von zwölf Monaten.
Foto: Symbolbild