Pressemeldungen August 2026
Historische Trockenheit verschärft Futternot auf Kärntner Bauernhöfen
Die historische Trockenheit in Kärnten sorgt auf zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben für eine dramatische Futtersituation. In vielen Regionen sind Wiesen und Weiden ausgetrocknet. Viehhaltende Bauernhöfe müssen bereits Winterfutter einsetzen oder Tiere vorzeitig von den Almen holen.
„Die Lage ist ernst. Zahlreiche Betriebe sind bereits gezwungen, Winterfutter zu verfüttern oder ihre Tiere vorzeitig von den Almen zu holen, weil auf den Weiden kein Futter vorhanden ist“, beschreibt LK-Präsident Siegfried Huber die Situation.
Um zusätzliches Grundfutter bereitzustellen, bringt die Landwirtschaftskammer Kärnten künftig viehlose Ackerbaubetriebe und viehhaltende Betriebe zusammen. Ziel ist es, Zwischenfrüchte als Futter zu nutzen und regionale Partnerschaften zu schaffen.
„Wir müssen nun alles daransetzen, zusätzliches Grundfutter zu gewinnen“, betont Huber. Die Landwirtschaftskammer richtet deshalb einen Aufruf an alle Betriebe. „Gerade in einer Ausnahmesituation wie dieser ist Zusammenhalt innerhalb der Berufsgruppe wichtiger denn je. Dort, wo Ackerbaubetriebe Flächen oder Zwischenfrüchte für die Futternutzung zur Verfügung stellen können, sollten sie es tun!“, appelliert der LK-Präsident.
Betriebe, die Flächen oder Zwischenfrüchte für die Futternutzung anbieten können oder dringend Futter benötigen, sollen sich an die jeweilige Außenstelle der Landwirtschaftskammer Kärnten wenden. Dort werden auch die förderrechtlichen Voraussetzungen geprüft. Ein eigens erstellter Kooperationsvertrag soll für Rechtssicherheit sorgen.
Neben der Futtersituation bereitet vielen Betrieben auch die wirtschaftliche Lage Sorgen. Ende August soll feststehen, in welchem Umfang Entschädigungen aus der Dürreversicherung ausbezahlt werden können.
„Viele landwirtschaftliche Familienbetriebe stehen aufgrund der Ertragsausfälle vor erheblichen finanziellen Belastungen. Eine rasche Auszahlung der Versicherungsleistungen ist daher essenziell, um die Zahlungsfähigkeit der Betriebe zu sichern und die laufenden Kosten bewältigen zu können“, erklärt Huber.
Laut der Österreichischen Hagelversicherung konnte die Getreideernte trotz des trockenen Frühjahrs noch vergleichsweise gut eingebracht werden. Deutlich schwieriger ist die Situation jedoch im Grünland sowie bei Herbstkulturen wie Mais, Soja und Kartoffeln. Besonders betroffen sind derzeit Mittel-, Süd- und Unterkärnten. Das endgültige Ausmaß der Schäden hängt von den Niederschlägen und Temperaturen der kommenden Wochen ab.
Die Landwirtschaftskammer Kärnten setzt sich außerdem dafür ein, dass Biobetriebe befristet konventionelles Grundfutter zukaufen dürfen. Nach Angaben der LK laufen dazu Gespräche mit den zuständigen Behörden sowie dem Landwirtschaftsministerium.
Foto: Hagelversicherung