Pressemeldungen August 2026
Durstig am Berg: Kann man Wasser aus Quellen und Bächen bedenkenlos trinken?
Für viele Wanderer gehört frisches Quell- oder Gebirgswasser zum Bergerlebnis. Doch auch wenn das Wasser klar und sauber aussieht, ist Vorsicht geboten. Darauf weisen die Naturfreunde Österreich hin.
„Klares und geruchsfreies Gebirgswasser würde ich grundsätzlich trinken“, erklärt der Limnologe Leopold Füreder. Voraussetzung sei jedoch, dass sich im Einzugsgebiet keine Weidetiere befinden und keine anderen möglichen Belastungsquellen erkennbar sind.
Von Wasser, das auffällig riecht, verfärbt ist, Schaum bildet oder ungewöhnlich trüb erscheint, rät der Experte ab. Besonders Weidetiere können Keime in Quellen und Bäche eintragen. Auch Starkregen oder längere Trockenperioden können die Wasserqualität beeinflussen.
Grundsätzlich sei fließendes Wasser stehendem Wasser vorzuziehen. Dennoch gebe es auch hier keine Garantie für einwandfreie Trinkwasserqualität. Selbst kristallklares Wasser könne Keime oder natürliche Stoffe enthalten.
Wer unterwegs Wasser aus einer Quelle oder einem Gebirgsbach trinken möchte, sollte zunächst prüfen, ob in der Wandergruppe noch ausreichend Trinkwasser vorhanden ist. Wird dennoch Wasser entnommen, empfiehlt Füreder, das Umfeld genau zu beobachten und das Wasser zunächst nur vorsichtig in kleinen Mengen zu probieren.
Zugleich appellieren die Naturfreunde an einen verantwortungsvollen Umgang mit alpinen Gewässern. Kleine Quellen und Bäche seien empfindliche Lebensräume und sollten weder verschmutzt noch unnötig betreten werden.
Mit Blick auf den Klimawandel gewinnen der Schutz und die Qualität der Gebirgsgewässer laut den Naturfreunden weiter an Bedeutung. Hitze, Trockenperioden, Starkregen und die Gletscherschmelze verändern zunehmend die Wasserführung und Wasserqualität.
Foto: Herbert Raffalt