Die Initiative des <link http: www.frauen.ktn.gv.at _blank external-link-new-window externen link in neuem>Referats für Frauen und Gleichbehandlung des Landes Kärnten, im Rahmen des <link internal-link internen link im aktuellen>9. Politikerinnen Lehrgangs, verbindet innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Lehrgangsabsolventinnen mit erfahrenen PolitikerInnen.
Der Begriff Mentoring, also das Lernen am Vorbild, hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie, wo Mentor als Freund von Odysseus sich um dessen Sohn Telemach kümmerte. Er war seinem "Schützling" Lehrer und Ratgeber, bereitete ihn auf die Position eines Königs vor. Seitdem bezeichnet Mentoring die berufliche Unterstützung zukünftiger Führungspersonen durch Rat, Kontakte und Förderung. Der Lernprozess beruht auf der persönlichen Beziehung zwischen MentorIn und der Mentee. Der/die Mentor/in hat sich bereits in einer politischen oder politiknahen Position etabliert und kann mit Wissen, persönlichen Erfahrungen und persönlichen Kontakten, andere Frauen (die Mentee) auf dem Weg nach oben gezielt unterstützen.
Das Politikmentoring ist so ausgelegt, dass bei Beginn des Mentorings besprochen wird was die Mentee möchte, welche Ziele sie verfolgt und wie sie diese erreichen kann sowie welche Strategie sie zum Ziel führen könnte. Oft genügt es aber schon über ein Problem zu sprechen und ein Wechseln der Perspektiven ermöglicht einen praktikablen Lösungsansatz. Dieser Austausch kann der Mentee sehr nützlich sein, da sie hinter die Kulissen einer Profipolitikerin/eines Profipolitikers blicken kann und die inneren Strukturen einer Partei sehr schnell kennen lernt.
Das definierte Ziel der Mentorschaft ist die Förderung der Mentee in ihrer Karriereplanung durch fachliche und persönliche Begleitung, durch Weitergabe von beruflichen Erfahrungen im informellen Bereich, die Konzentration auf Strategien und die Erweiterung des Verhaltensrepertoires der Mentee.
Wir haben 2 Teilnehmerinnen des Politikmentorings um ein kurzes Interview gebeten, ihre Antworten geben einen guten Einblick in die Praxis des Mentorings.
Mag.a Hilda Granec-Tschebaus beschreibt, was sie von ihrem Mentor lernen konnte:
"Für mich interessant zu sehen war, dass sich erfolgreiche Regional-Politik und erfolgreiche Unternehmensführung kaum unterscheiden. Als ich 1990 mein BWL-Studium in Graz abschloss, gab es noch keine eigene Studienrichtung Public-Management. Infolgedessen gab es im öffentlichen Recht und in der Volkswirtschaft einige Überschneidungen. Erst durch meinen Mentor wurde mir bewusst, dass ein guter, erfahrener Bürgermeister auch ein guter Geschäftsführer ist. Beide haben ihr Ohr am Markt/Kunden (bzw. beim Wähler), setzen entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung/Kunden ihre kurz-, mittel- und langfristigen Ziele um, passen diese flexibel und dynamisch den Marktveränderungen an und erweitern so langfristig ihren Marktanteil bzw. Wähleranteil."
Die Frage, ob der Mentor auch etwas von ihr lernen konnte, beantwortet sie so:
"Nunja – es ist natürlich etwas anmaßend ohne Rücksprache mit ihm anzunehmen, er profitiere durch diese Mentoring-Beziehung. Aber alleine die Auseinandersetzung mit den offen formulierten Fragestellungen einer Noch-Nicht-Politikerin eröffnet neue Perspektiven und Ideen für die Gestaltung einer gleichberechtigten Zukunft".
Auf die Frage, ob sich durch ihre Nähe zu einem Politiker während des Mentorings ihr Bild von PolitikerInnen, bzw. von der Politik verändert hat, geht Mag.a Hilda Granec-Tschebaus mit ihrer Antwort auf den menschlichen Aspekt ein:
"Regionalpolitik bzw. Gemeindepolitik kann nur funktionieren, wenn sie 100%ig authentisch ist. D.h. BürgermeisterInnen und Gemeinderäte/Innen müssen das was sie politisch fordern auch privat (vor)leben. Andernfalls verlieren sie an Glaubwürdigkeit, die durch keine noch so gute PR-Kampagne wieder aufgebaut werden könnte. Persönlichen Respekt habe ich vor dem Arbeitspensum meines Mentors und dem Verständnis seitens seiner Familie. Nur wer durch und durch für seine/ihre politische Sache brennt und klug genug ist dabei nicht zu verbrennen, der/die ist für diese Herausforderung geeignet".
Sonja Weiss, deren Mentoring derzeit noch nicht abgeschlossen ist, erzählt von ihren Begegnungen:
"Besonders genutzt hat mir das Mentoring um zu Veranstaltungen mitgenommen zu werden, wobei ich den verschiedensten politischen Leuten des Landes von meiner Mentorin vorgestellt wurde. Dabei haben sich interessante Gespräche ergeben und dies kann ich nun dazu nutzen um mich besser vernetzen zu können".
Text: Mein Klagenfurt
Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem <link http: www.frauen.ktn.gv.at _blank external-link-new-window externen link in neuem>Frauenreferat Kärnten