Eine rosige Zukunft für Österreich nach dem Abgang aus der WM
Wenn man ein Turnier als ein Verlierer verlassen muss, dann ist das immer eine traurige Angelegenheit. Das gilt ganz besonders, wenn das in der Mitte des Turniers passiert. Wenn man gleich am Anfang oder am Ende ausscheidet, dann lässt sich das meist besser verkraften. Für Österreich ist es aber nun mal genauso gekommen, wie man es sich eigentlich nicht wünscht. Dennoch gilt die WM als ein generell positives Signal für die Nationalmannschaft der Alpennation.
Fußballwetten in Österreich beziehen sich schon lange nicht mehr nur auf die Bundesliga. Stattdessen ist die Nationalelf oftmals der Gegenstand von einer gesonderten Aufmerksamkeit. Das liegt nicht zuletzt an der Reputation und der Historie von Cheftrainer Ralf Rangnick, der aus dem bestehenden Kader eine echte Mannschaft von Weltklasse geschmiedet hat. Dazu kommt, dass auch aus Österreich inzwischen Talente mit einer internationalen Top Karriere kommen. Allen vorneweg ist das Aushängeschild natürlich der Kapitän David Alaba. Aber auch der Top Torschütze der Mannschaft, Marko Arnautovic, steht für einen neuen Geist und einen tiefen Talentpool in Österreich.
Die Gruppenphase kann als ein guter Erfolg für die Nationalmannschaft von Österreich verbucht werden. Denn schließlich schaffte man es auf den zweiten Platz in der Gruppe und lies dabei Algerien und Jordanien hinter sich. Der Gruppensieg ging natürlich an den Favoriten Argentinien, aber das ist für die Österreicher dann natürlich keine Schande. Mit diesem Erfolg im Gepäck ging es dann weiter in die Runde der 32, wo sich dann entscheiden sollte, wer dann am Ende schließlich in die Achtelfinale einziehen wird. Das Team konnte hier beweisen, dass man auch gegen eine große Bandbreite von Gegnern eine gute Figur abgeben kann. Selbst gegen Argentinien war es lediglich ein 0 zu 2, das den Ausschlag gab.
In der Runde der 32 war der Traum dann aber doch zu Ende, denn schließlich musste man sich dem erstklassigen Team von Spanien geschlagen geben. Das ist eigentlich auch nicht überraschend, denn das iberische Team versammelt eine ganze Menge von Top Talenten aus der La Liga und dem internationalen Fußball. Für viele Beobachter gilt das spanische Team als einer der Favoriten auf den Turniersieg. Die Niederlage war dann allerdings doch empfindlich, denn man musste sich den Spaniern mit 0 zu 3 geschlagen geben. Hier lag also die Grenze für die gegenwärtige Form des Teams. Alles in Allem ist das dann aber doch deutlich mehr als nur ein Achtungserfolg.
Die wichtigste Erkenntnis, die man mitnehmen kann, ist, dass Österreich überhaupt in der Lage ist, in einem großen, internationalen Turnier mitzuspielen und dann auch eine gute Leistung abzuliefern. Trainer Rangnick lies im Nachgang verlauten, er glaube, dass das Team Österreich gut vertreten hat. Dem kann man sicherlich wenig hinzufügen, schließlich kam die Mannschaft ja doch viel weiter, als es böse Zungen im Vorgang angenommen hatten. Das ist eine Leistung, auf der man aufbauen kann. Denn die Erfahrung, die die Spieler von diesem Turnier mitbringen, wird in der österreichischen Szene einen Domino-Effekt erzeugen. Für die jungen Spieler ist es nun also möglich, sich die WM einmal auf den Wunschzettel zu schreiben.
Die klare Handschrift von Trainer Rangnick ist auf jeden Fall erkennbar. Wo das Team allerdings noch Schwierigkeiten hatte, war der Umgang mit aggressivem Pressing. Bei hohem Druck war es schwierig, den Ball zu behalten. Darüber hinaus fehlte oftmals ein hochwertiger Abschluss. Chancen entstanden eher zufällig, als dass sie sorgfältig herausgearbeitet wurden. Und die größte Schwachstelle war der Übergang von der eigenen Hälfte in die des Gegners. Hier gab es einfach noch zu viele Fehler und zu wenig Weitblick.
Wie man erkennen kann, hat das Team eine klare Persönlichkeit entwickelt. Nach 28 Jahren Abwesenheit in die Knockout-Phase einzuziehen, ist eine besonders starke Leistung, die viele dem Team sicherlich nicht zugetraut hätten. Mit diesem Wissen wird es sicherlich möglich sein, die Schwachstellen der Mannschaft gezielt anzugehen und einen klaren Plan für die kommenden Turniere zu entwickeln. Denn in 4 Jahren ist es wieder soweit und die Weltmeisterschaft wird auf ein Neues stattfinden. Für Österreich sollte es dann auf jeden Fall das Ziel sein, in die Gruppe der letzten 16 vorzustoßen.
Foto: Mein Klagenfurt