Pressemeldungen September 2026
Zukunftsdialog: Klimaschutz und Wirtschaft sollen Hand in Hand gehen

Unter dem Motto „Klagenfurt moves forward“ fand am Montag im Veranstaltungszentrum Lakeside Spitz der Zukunftsdialog „Klagenfurt moves forward – Wettbewerbsvorteil durch Climate Action?“ statt. Die Stadt Klagenfurt ging dabei gemeinsam mit der Mission Facility Austria der Frage nach, welchen Nutzen Klimaschutz für eine Stadt wie Klagenfurt bringt und welche wirtschaftlichen Vorteile sich daraus ergeben können.
Nationale und internationale Experten diskutierten vor Fachpublikum darüber, wie Climate Action strategisch in Klagenfurt und der Region verankert werden kann und welche Partnerschaften notwendig sind, damit Klimaschutz auch zum Wettbewerbsvorteil für die Stadt Klagenfurt und den Standort Kärnten werden kann. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden noch am Veranstaltungstag erste Ergebnisse von Vertretern aus Stadt, Land, Bund und EU präsentiert.
Eine zentrale Erkenntnis des Zukunftsdialogs war, dass Klimaschutz und Wirtschaft einander nicht ausschließen. Vielmehr sollen beide Bereiche Hand in Hand gehen und damit die Grundlage für eine nachhaltige und gewinnbringende Wirtschaftsentwicklung schaffen. Als zweite wesentliche Erkenntnis wurde festgehalten, dass Klimaschutz auch Lebensqualität bedeutet. Städte wie Klagenfurt können demnach durch Klimaschutzmaßnahmen auf mehreren Ebenen von der Anpassung an den Klimawandel profitieren.
Klagenfurt setzt laut Aussendung bereits seit Jahren Klimaschutzmaßnahmen um. Durch die Teilnahme an der EU-Cities Mission „100 klimaneutrale und smarte Städte bis 2030“ nimmt die Stadt eine Vorreiterrolle ein. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Reduktion von Emissionen, die Klimawandelanpassung und die Kreislaufwirtschaft.
Bürgermeister Christian Scheider: „Seit 2011 setzt Klagenfurt bereits auf Klimaschutz und ist national und international vernetzt. Mit unserer Smart City Klimastrategie konnte schon viel CO2 eingespart werden. Jetzt gilt es, weiter die richtigen Schritte zu setzen und auf dem Weg des Klimaschutzes die Bürger und die Wirtschaft mitzunehmen. Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien, moderne Mobilität oder eine klimaangepasste Stadtentwicklung können gleichzeitig Investitionen in Innovation, regionale Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze sein.“
Klima- und Umweltschutzreferent Vizebürgermeister Patrick Jonke: „Mit dem Zukunftsdialog ‚Klagenfurt moves forward‘ wollen wir den Blick bewusst nach vorne richten. Klagenfurt hat großes Potenzial, wenn wir Wissenschaft, Wirtschaft, Stadtverwaltung und europäische Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam konkrete Lösungen entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Visionen, sondern vor allem um die nächsten Schritte - wie können wir Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung verbinden, welche Chancen ergeben sich für unsere Stadt und wie können wir diese gemeinsam nutzen? Dieser Dialog soll neue Impulse geben, den Austausch stärken und zeigen, dass Klagenfurt bereit ist, die Zukunft aktiv zu gestalten.“
Stadtentwicklungsreferent Vizebürgermeister Ronald Rabitsch: „Die Lebens- und Wirtschaftsstandorte der Zukunft werden daran gemessen, wie gut sie Klimaschutz, Klimaanpassung und Lebensqualität miteinander verbinden. Mit ‚COOL DOWN Klagenfurt‘ setzen wir genau hier an - wir investieren in Begrünung, Entsiegelung und klimafitte Stadträume, um unsere Stadt auch in Zeiten des Klimawandels attraktiv, lebenswert und wettbewerbsfähig zu halten.“
Auch der öffentliche Verkehr sowie Infrastrukturprojekte waren beim Zukunftsdialog Thema. Stadträtin Sandra Wassermann, BA MA, Referentin für ÖPNV, Straßenbau und Verkehr: „Im öffentlichen Verkehr konnten wir in Klagenfurt die Fahrgastzahlen bereits verdoppeln, drei Jahre früher als geplant. Auch werden wichtige Infrastrukturprojekte wie die neue Kläranlage und Biogasanlage zum Klimaschutz beitragen. In Planung denken wir bei Sanierung und Neugestaltung von Straßen und Plätzen die blaue und grüne Infrastruktur immer, um zukunftsfit zu sein.“
Klima-, Natur- und Umweltschutzreferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger: „Klimaschutz bedeutet Lebensqualität. Ebenso ist eine nachhaltige Entwicklung auch Basis für den wirtschaftlichen Erfolg. Daher müssen Klimaschutz und Klimawandelanpassungen immer gemeinsam gedacht werden. Klagenfurt als einziger österreichischer Teilnehmer an der EU-Cities-Mission kann hier auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen.“
Magistratsdirektorin Mag. Isabella Jandl: „Eine moderne Verwaltung ist ein wesentlicher Faktor für die Umsetzung des Klimaschutzes. Sie kann vor allem die Koordination zwischen Planung und Kommunikation übernehmen. Unsere Stadt darf diesen Pfad nicht verlassen und soll den Funken des Klimaschutzes weitertragen.“
Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz: „Klagenfurt verfolgt seit 2011 konkrete Klimaziele, ist die erste Stadt mit einer Klimabilanz gewesen und hat in Sachen Klimaneutralität schon viel erreicht. Der Zukunftsdialog hat gezeigt, dass Climate Action die Voraussetzung für nachhaltiges, ökonomisches und gewinnbringendes wirtschaften ist. Klimaschutz und Wirtschaft sind also keine Gegner, sie gehen Hand in Hand.“
Vorträge zu Climate Action kamen auch von Elena Kostadinova von der EU-Kommission sowie Dr. Jürgen Schneider von der Sektion VI – Umwelt und Klima des Bundesministeriums. Teresa Steininger vom OECD Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities beleuchtete das Thema aus internationaler Perspektive.
In den beiden Diskussionsrunden „Kosten des Nicht-Handelns und wirtschaftliche Chancen der Anpassung“ und „Warum lohnt sich Climate Action?“ wurden die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels und die Chancen von Klimaschutzmaßnahmen diskutiert.
Univ. Prof. Dr. Sigrid Stagl von der WU Wien: „Es ist beeindruckend, was in Klagenfurt beim Klimaschutz passiert, welcher das Fundament für wirtschaftliche Entwicklung ist. Um hohe volkswirtschaftliche Kosten durch Wetterextreme und eingeschränkte Ressourcen zu vermeiden, bedarf es einer verantwortungsvollen Klimapolitik. Ein ‚weiter wie bisher‘ wird es nicht geben, da dies viel zu hohe Kosten verursacht.“
Dr. Jürgen Schneider, Bundesministerium Sektion VI – Umwelt und Klima: „Mit dem sich derzeit in Begutachtung befindlichen Klimagesetz erhält Klimaschutz erstmals eine richtige, rechtliche Grundlage. Wer also nichts für den Klimaschutz macht, wird auch abgestraft, weil Standorte dadurch unattraktiver werden. Wer hingegen viel macht, wird belohnt. Unser Ziel ist es, das ganze Land zukunftsfähig zu machen und zu halten.“
Der von der Bundesregierung vor kurzem vorgestellte Entwurf für ein verbindliches Klimagesetz sieht Klimaneutralität bis 2040 vor. Erreicht werden soll dieses Ziel durch die Reduzierung von Emissionen, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft.
Teresa Steininger, Ph.D., OECD Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities: „Eine aktuelle OECD-Studie hat ergeben, dass Städte von der Größe Klagenfurts eine besonders wichtige Rolle im Klimaschutz einnehmen. Sie haben aber auch besonders schwierige Rahmenbedingungen, vor allem aus finanzieller Sicht. Klagenfurt steht aber nicht alleine da. Gemeinsam mit Partnern kann die Stadt weiterhin eine Vorreiterrolle bei Climate Action übernehmen, das trägt zu Lebensqualität und Wirtschaftswachstum bei.“
Foto: StadtKommunikation/Zangerle