Pressemeldungen September 2026
Reichmann: Niedrigere Studiengebühren für internationale Studierende, die in Österreich bleiben
Die aktuelle Diskussion über höhere Studiengebühren und strengere Vorgaben bei der Mindeststudienleistung stößt bei Kärntens Hochschulreferent Peter Reichmann grundsätzlich auf Zustimmung. Er fordert allerdings eine differenzierte Lösung.
„Ich halte es für richtig, Anreize zu schaffen, ein Studium konsequent und in einem angemessenen Zeitraum zu absolvieren. Wer innerhalb der vorgesehenen Studienzeit studiert, muss sich aber darauf verlassen können, dass Bildung leistbar bleibt. Ein Studium darf keine Frage des Geldes sein“, betont Reichmann.
Nach Überschreiten der vorgesehenen Studienzeit plus Toleranzsemester werden für österreichische und EU-Studierende derzeit 363,36 Euro pro Semester fällig. Der aktuelle Vorschlag sieht eine Erhöhung auf 700 Euro vor. Für Studierende aus Drittstaaten sollen die Gebühren von 726,72 auf 2.500 Euro steigen.
Eine höhere finanzielle Beteiligung bei einer deutlichen Überschreitung der Studiendauer hält Reichmann grundsätzlich für diskutierbar. Ausnahmen müsse es aber weiterhin etwa bei Betreuungspflichten, Krankheit oder besonderen sozialen Situationen geben.
Für internationale Studierende schlägt Reichmann ein anderes Modell vor. Wer zum Studium nach Österreich kommt und sich verpflichtet, nach dem Abschluss für einen festgelegten Zeitraum in Österreich zu arbeiten, soll bei den Studiengebühren österreichischen Studierenden gleichgestellt werden.
Wer diese Möglichkeit nicht nutzt und Österreich nach dem Studium wieder verlässt, soll nach seinem Vorschlag einen höheren finanziellen Beitrag zur Ausbildung leisten. Damit möchte Reichmann angesichts des Fachkräftebedarfs einen Anreiz schaffen, gut ausgebildete Absolventen in Österreich und Kärnten zu halten.
„Unser Ziel muss sein, die klügsten Köpfe nach Österreich und nach Kärnten zu holen – und ihnen gute Gründe zu geben, hierzubleiben. Leistung und Verbindlichkeit einzufordern ist richtig. Aber wir dürfen dabei weder soziale Hürden aufbauen noch jene jungen Menschen abschrecken, die wir für die Zukunft unseres Standortes dringend brauchen“, so Reichmann.
Foto: Mein Klagenfurt