Pressemeldungen September 2026
Online-Befragung zur Zukunft des Wörthersees startet
Seit Jänner 2026 läuft in Kärnten der „Seendialog Wörthersee“. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und das Land Kärnten wollen damit die unterschiedlichen Nutzungsinteressen und den Schutz des Wörthersees besser in Einklang bringen.
Nach Gesprächen mit Interessensgruppen und mehreren Fachworkshops beginnt am 1. September 2026 die breite Online-Befragung. Einen Monat lang können Menschen, die am Wörthersee leben, arbeiten, Urlaub machen oder ihre Freizeit verbringen, ihre Erfahrungen und Vorstellungen zur Zukunft des Sees einbringen.
Der Wörthersee ist nicht nur ein bedeutender Freizeit-, Tourismus- und Wirtschaftsraum, sondern auch ein sensibles Ökosystem. Nach den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird sein ökologischer Zustand derzeit als mäßig eingestuft. Beobachtet wurden unter anderem Rückgänge bei Wasserpflanzen und Schilfbeständen sowie der Verlust von Lebensräumen für Wasservögel und andere Wasserlebewesen.
Auch Verbauungen der Ufer, Bootsverkehr und Wassersport können das Ökosystem belasten. Gleichzeitig setzen steigende Wassertemperaturen dem See zusätzlich zu. Ziel des Seendialogs ist es deshalb, gemeinsam nachhaltige und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Umweltminister Norbert Totschnig erklärt dazu: „Der Wörthersee ist ein einzigartiger Naturraum und zugleich ein wichtiger Lebens- und Wirtschaftsraum. Mit der Online-Befragung geben wir den Betroffenen rund um den See die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Anliegen und Vorstellungen für die Zukunft einzubringen. Wir wollen den Wörthersee langfristig schützen und seine ökologische Funktionsfähigkeit mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung verbinden. Dafür braucht es gemeinsame Lösungen, die von den Menschen vor Ort mitgetragen werden und ihre Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen.“
Von Februar bis März wurden zunächst relevante Interessensgruppen in Gespräche eingebunden. Zwischen April und Juni folgten vier Themenworkshops mit jeweils 80 bis 100 Teilnehmern. Behandelt wurden Tourismus und Seenökologie, Wellenschlag, Bootsverkehr sowie Ufergestaltung und Fischerei. Nun wird die Öffentlichkeit in den sieben angrenzenden Seegemeinden Klagenfurt, Krumpendorf, Pörtschach, Techelsberg, Velden, Schiefling und Maria Wörth einbezogen.
Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger: „Mit dem Seendialog wollen wir unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zusammenbringen, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Wörthersees zu entwickeln. Eingeladen zur Teilnahme an der Befragung sind konkret die ansässige Bevölkerung mit Haupt- oder Zweitwohnsitz, Urlaubs- und Tagesgäste, die lokalen Betriebe und deren Beschäftigte sowie alle, die sich in Vereinen oder Initiativen rund um den See engagieren. Je breiter die Beteiligung ist, desto besser können wir Schutz, Erholung und regionale Entwicklung miteinander verbinden.“
Der Fragebogen umfasst zahlreiche Themen, die unmittelbar die Nutzung und Zukunft des Wörthersees betreffen. Dazu gehören Strandbäder, Rad- und Wanderwege, freie Seezugänge, Gastronomie, Beherbergung und Kulturevents.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Seenökologie. Gefragt wird unter anderem nach möglichen Maßnahmen zur Reduktion des Wellenschlags durch Boote sowie zu Wassersportarten wie Wakesurfen und Wakeboarden. Auch nicht motorisierte Aktivitäten wie Rudern, Segeln, Stand-up-Paddeln, Pump-Foilen und Wing-Foilen werden behandelt.
Zur Diskussion stehen außerdem naturnähere öffentliche und private Uferbereiche, etwa durch mehr Wasserpflanzen und Schilf anstelle harter Mauern. Auch die Fischereibewirtschaftung ist Teil der Befragung. Hintergrund ist unter anderem die Zunahme bestimmter Arten wie Zuchtkarpfen, die laut Aussendung das ökologische Gleichgewicht im See gefährden kann.
Die Befragung läuft von 1. bis 30. September 2026 und dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Sie kann online über die Plattform des Seendialogs ausgefüllt werden. Zusätzlich liegen in den Gemeindeämtern der sieben Seegemeinden Fragebögen in Papierform auf.
Die Ergebnisse sollen im Herbst 2026 präsentiert werden. Anschließend sollen konkrete Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet und mit den betroffenen Interessensgruppen abgestimmt werden.
Weitere Informationen über den gesamten Beteiligungsprozess, Hintergründe und aktuelle Entwicklungen gibt es auf der offiziellen Projektseite. Der Seendialog ist als breit angelegter Beteiligungsprozess konzipiert, bei dem unterschiedliche Interessensgruppen ihre Perspektiven, Ideen und Erfahrungen einbringen können.
Foto: Mein Klagenfurt