Pressemeldungen September 2026
Neubau der Kläranlage Klagenfurt: Spatenstich schon Anfang 2027 möglich
Der Neubau beziehungsweise die umfassende Adaptierung der Kläranlage Klagenfurt macht den nächsten Schritt. Die Projektsteuerung wurde nun vergeben. Den Zuschlag erhielt eine Bietergemeinschaft aus dem Beratungsunternehmen für Verfahrenstechnik Drees & Sommer und dem Planungs- und Ingenieurbüro CCE Ziviltechniker GmbH.
Auf Antrag von Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann BA hatte der Klagenfurter Stadtsenat Ende November 2025 einstimmig beschlossen, die Vorbereitungen und ersten Planungen für die neue Kläranlage so rasch wie möglich zu starten.
„Eine funktionierende Kläranlage ist keine Frage des Wollens, sondern eine Frage der Gesundheits- und Umweltverantwortung gegenüber den Klagenfurterinnen und Klagenfurtern”, betont Wassermann.
Mit Drees & Sommer und CCE Ziviltechniker stehen nun die Unternehmen fest, die die Stadt bei der Umsetzung des Projekts begleiten sollen. „Wir sind froh, zwei erfahrene und zuverlässige Partner gefunden zu haben, die uns mit ihrem vielschichtigen Know-how bei der Umsetzung dieses Jahrhundertprojektes für Klagenfurt zur Seite stehen. 85 Millionen Euro werden in die Kläranlage neu investiert“, so Wassermann.
Der nächste wichtige Projektschritt folgt bereits in den kommenden Wochen. Anfang März wurde ein zweistufiges europaweites Vergabeverfahren für einen Generalunternehmer+ eingeleitet. Dieser soll die Anpassung der ARA Klagenfurt an den Stand der Technik übernehmen. Bis Ende Oktober können die Bieter ihre Angebote abgeben. Danach soll der Generalunternehmer+ ausgewählt werden. Nach aktuellem Stand liegt das Projekt weiterhin im Zeitplan.
Der Spatenstich für die Adaptierung der Kläranlage könnte bereits Anfang 2027 erfolgen. Die Bauphase ist bis 2030 vorgesehen und soll bei laufendem Betrieb der ARA stattfinden. Für 2031 ist geplant, Teile der alten Kläranlage außer Betrieb zu nehmen und die neuen Anlagenteile in Betrieb zu setzen. Danach folgen ein Probebetrieb sowie die wasserrechtliche Endüberprüfung der ARA Klagenfurt, die bis 2032 abgeschlossen sein soll.
Die bestehende Kläranlage wurde 1967 errichtet und wird im kommenden Jahr 60 Jahre alt. Mittlerweile stößt sie auch bei ihren Kapazitäten an Grenzen. Die Ausbaugröße soll deshalb von derzeit 300.000 auf 330.000 Einwohner erhöht werden. Auch die hydraulische Leistungsfähigkeit für den Regenwetterfall soll deutlich steigen: von aktuell 1.025 auf 1.850 Liter pro Sekunde. Das Retentionsvolumen für die Mischwasserbehandlung soll von derzeit 5.400 auf 27.000 Kubikmeter wachsen.
Derzeit werden auf dem rund zehn Hektar großen Areal in der Boltzmannstraße 1 täglich mehr als 40 Millionen Liter Abwasser aus Klagenfurt und elf Umlandgemeinden gereinigt.
Foto: StadtKommunikation/Spatzek