Etwa jede dritte Person über 65 Jahre stürzt mindestens einmal pro Jahr, bei Hochbetagten ist nahezu jede zweite Person betroffen. Das Department für Akutgeriatrie und Remobilisation des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt ist auf die Behandlung älterer Menschen spezialisiert und beschäftigt sich dabei nicht nur mit den unmittelbaren Folgen eines Sturzes.
Denn hinter einem Sturz können unterschiedliche Ursachen stecken. Dazu zählen nachlassende Muskelkraft, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Parkinson, Diabetes, Infektionen, Demenz, Schmerzen, eingeschränkte Sehkraft oder ungeeignetes Schuhwerk.
„Ein Sturz ist selten Zufall. Meist kommen mehrere gesundheitliche und funktionelle Faktoren zusammen. Deshalb behandeln wir nicht nur die Verletzung, sondern suchen gezielt nach den Ursachen. Nur wenn wir diese erkennen und gemeinsam mit den und Patienten daran arbeiten, lässt sich das Risiko weiterer Stürze nachhaltig senken“, erklärt Departmentleiterin OÄ Dr. Patricia Walentiny, Fachärztin für Innere Medizin mit Additivfach Geriatrie.
Zu Beginn des Aufenthalts werden Mobilität, Gleichgewicht und das persönliche Sturzrisiko erhoben. Ein Team aus Ärzten, Pflege, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeitern erstellt darauf aufbauend einen individuellen Behandlungsplan.
Das Training umfasst unter anderem Kraft- und Ergometertraining, Gehübungen auf ebenen Flächen und Stiegen sowie Gleichgewichtsübungen. Auch die Angst vor einem erneuten Sturz wird in die Therapie einbezogen.
Ein wichtiger Bestandteil der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation ist das sogenannte „Reablement“, eine alltagsorientierte Rehabilitation. Ziel ist es, verloren gegangene Fähigkeiten wieder aufzubauen und den Alltag möglichst selbstständig bewältigen zu können.
Bereits bei der Aufnahme erfolgt außerdem ein Wohnraumassessment. Dabei werden mit Patienten und Angehörigen mögliche Sturzquellen zu Hause wie lose Teppiche, Kabel oder andere Hindernisse besprochen. Gehtraining findet auch auf Wiesen, Schotterwegen oder Waldboden statt.
Auch im Geriatrischen Tageszentrum liegt ein Schwerpunkt auf der Prävention. Angeboten werden Gruppentrainings für Kraft, Koordination und Gleichgewicht. Zudem werden Medikamente überprüft, die Schwindel, Kreislaufprobleme oder Gleichgewichtsstörungen begünstigen können. Informationen zu Osteoporose und ausgewogener Ernährung ergänzen das Angebot.
„Unser Erfolg misst sich nicht daran, wie weit jemand am Ende eines Krankenhausaufenthalts gehen kann. Entscheidend ist, ob unsere Patienten ihren Alltag wieder möglichst selbstständig bewältigen und sicher in ihr gewohntes Zuhause zurückkehren können. Darauf richtet sich unsere gesamte Behandlung aus“, betont Walentiny.
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