Pressemeldungen September 2026
Landwirtschaftskammer Kärnten zieht Bilanz: Fünf Jahre Einsatz für Bauernfamilien
Unter dem Motto „Auf uns ist Verlass!“ hat die Landwirtschaftskammer Kärnten ihre Leistungsbilanz für die Jahre 2022 bis 2026 präsentiert. Im Mittelpunkt stehen vier strategische Leitlinien: Schutz von Hof und Eigentum, eine starke Stimme für Bäuerinnen und Bauern, bestes Wissen für die Praxis sowie Unterstützung für die bäuerliche Familie.
LK-Präsident Siegfried Huber erklärt: „Die Bilanz zeigt, wie wichtig eine starke Landwirtschaftskammer in Zeiten von Klimawandel, Marktverwerfungen, schwindendem Respekt vor fremdem Eigentum und zunehmender EU-Bürokratie ist.“
Der Leistungsbericht belege, wie die Interessenvertretung in Kärnten, Wien und Brüssel wirke und welche Leistungen direkt auf den Höfen ankommen, erklärt Huber und ergänzt: „Vieles wäre aber ohne die Unterstützung des Landes Kärnten, insbesondere des Agrarreferats, nicht realisierbar gewesen.“
Huber betont zudem die Zusammenarbeit aller Fraktionen in Vorstand und Vollversammlung: „Die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren war unsere Stärke. Der überwiegende Anteil der Beschlüsse war einstimmig. Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand und in der Vollversammlung für ihren Einsatz für die Kärntner Landwirtschaft und die gute Zusammenarbeit!“
Kammeramtsdirektor DI Mag. Bernhard Rebernig präsentierte die Bilanz im Detail. „Unser Job ist es, ein starker und verlässlicher Partner an der Seite der Kärntner Bauernfamilien zu sein. Das ist uns in den letzten Jahren gelungen. Mit unserem Bildungs- und Beratungsangebot, unseren Services, aber auch einer kantigen Interessenvertretung etwa beim Thema Wolf oder dem Schutz der Kärntner Erbhöfe. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sehr gute Arbeit geleistet.“
Als Kernkompetenz bezeichnet die Landwirtschaftskammer den Schutz des bäuerlichen Eigentums. Beim Kärntner Wolfsmanagement war die LK nach eigenen Angaben in enger Abstimmung mit den fachlich zuständigen Stellen des Landes tätig. Durch Lobbyarbeit habe sie dazu beigetragen, dass das Alm- und Weideschutzgesetz einstimmig im Landtag beschlossen werden konnte.
Durch die Einladung hoher EU-Spitzenbeamter nach Kärnten, die hier erstmals eine Alm besucht hätten, habe die LK Kärnten nach eigenen Angaben auch zur Absenkung des Schutzstatus von Wölfen einen Beitrag geleistet.
Bei Hofübergaben wurde gemeinsam mit der Notariatskammer ein Gutachten beauftragt. Dieses soll Rechtssicherheit schaffen und Hofübernehmer vor unleistbaren Zahlungen an weichende Erben sowie Erbhöfe vor einer Zerschlagung schützen.
Nach Angaben der Landwirtschaftskammer konnten auch bei Entschädigungszahlungen Verbesserungen ausverhandelt werden. Sowohl die Entgelte für die Nutzung von Forststraßen durch Mountainbiker als auch die Entschädigungen im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau wurden angehoben.
Bei der Lagerung von Siloballen sei durch die Interessenvertretung eine Bewilligungspflicht vermieden und eine praxistaugliche Lösung gefunden worden.
Mit mehreren Initiativen will die Landwirtschaftskammer dem Tierärztemangel entgegenwirken. Mehr als 100 Jugendliche wurden auf den Aufnahmetest für das Nutztier-Veterinärstudium vorbereitet. Gemeinsam mit dem Agrarreferat des Landes konnten laut LK zuletzt erstmals drei ausländische Tierärzte für das Drau-, Lesach- und Liesertal gefunden werden.
Mit Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit brachte die Landwirtschaftskammer ihre Anliegen in die öffentliche Diskussion. Die Petition „Laborfleisch? Nein, danke!“ erreichte nach Angaben der LK mehr als 43.000 Unterstützer in Kärnten.
Die LK verweist darauf, dass das Regierungsprogramm des Bundes ein Nein zur Zulassung von Laborfleisch in Österreich enthält und auf EU-Ebene geschützte Begriffe wie Fleisch, Steak oder Filet nicht für Produkte aus Zellkulturen verwendet werden dürfen.
Mit der Kampagne „Mach nicht Mi(s)t“ warb die Landwirtschaftskammer für mehr Respekt vor bäuerlichem Eigentum. Medienkooperationen und eine jährliche Radiowoche sollten zudem das Bewusstsein für den Mehrwert einer regionalen Landwirtschaft stärken.
Einen weiteren Schwerpunkt der Bilanz bilden Wissen und Beratung für die landwirtschaftliche Praxis. In den vergangenen fünf Jahren führte die LK Kärnten mehr als 2.000 Bildungsveranstaltungen mit insgesamt 65.627 Teilnehmern durch. Knapp ein Drittel der Veranstaltungen fand bereits online statt.
Die Beratungskräfte der Landwirtschaftskammer leisteten laut Bilanz mehr als 121.300 Stunden jährlich mit einem Marktwert von rund 14,5 Millionen Euro. Pro Jahr wurden mehr als 6.800 Betriebe individuell beraten.
Die Kundenzufriedenheit, gemessen anhand der Weiterempfehlungsrate, stieg von 73 auf 84 und erreichte damit laut LK erneut einen Höchststand. Auch im Vergleich mit den Landwirtschaftskammern anderer Bundesländer liege dieser Wert im Spitzenfeld.
Bei der Einreichung von Anträgen für Ausgleichszahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik, kurz GAP, vertrauen laut Leistungsbilanz 95 Prozent der Betriebe auf die Expertise der Landwirtschaftskammer in ihren acht Außenstellen.
Mit der neuen App lk.on legt die Landwirtschaftskammer nach eigenen Angaben dieser Tage als erste Kammer Österreichs ein entsprechendes Tool vor. Angeboten werden unter anderem individualisierte Bildungs- und Beratungsanfragen sowie der Tierärzte-Notdienst am Handy.
Die Landwirtschaftskammer begleitet nach eigenen Angaben bäuerliche Familien über Generationen und unterstützt diese auch in Notsituationen.
Die Landjugend Kärnten zählt rund 3.470 Mitglieder und hat seit 2022 mehr als 81.000 Bildungsstunden absolviert. Jährlich begleitet die LK rund 550 Hofübergaben.
Die Bäuerinnenarbeit wurde 2023 im Landwirtschaftskammergesetz verankert. Mit einem eigenen Bildungs- und Beratungsangebot wurden Bäuerinnen bei ihrem Wirken am Hof, in der Familie und in der Gesellschaft unterstützt.
Bei Not- oder Krisenfällen auf Bauernhöfen unterstützte die Landwirtschaftskammer laut Bilanz in mehr als 500 Fällen, unter anderem mit Zivildienern am Hof oder Leistungen wie der sozialen Betriebshilfe.
Hinzu kommen rund 700 Beratungen durch LK-Psychologen für Bauernfamilien.
Neben der Leistungsbilanz verweist LK-Präsident Siegfried Huber auf die aktuelle Situation der landwirtschaftlichen Betriebe in Kärnten.
„Die Lage auf den Höfen ist ernst. Die Betriebe stehen unter enormem Druck. Einerseits wirtschaftlich wegen der Dürre, den hohen Betriebsmittelkosten und den unfairen Wettbewerbsbedingungen, die Lebensmittelimporte zu Standards zulassen, die in der EU verboten sind. Andererseits emotional, weil die Betriebe auf Grund der steigenden Bürokratie und völlig überzogenen Naturschutzvorgaben genervt sind. Da braucht es eine starke Interessenvertretung, die notwendige Maßnahmen klar formuliert und von der Politik einfordert“, unterstreicht Huber.
Angesichts dieser Situation richtet die Landwirtschaftskammer Kärnten fünf Forderungen an EU, Bund und Land:
Abschließend warnt Huber vor den möglichen Folgen, sollte sich die Situation für die landwirtschaftlichen Betriebe nicht verändern.
„Wenn sich die Situation nicht ändert, fürchte ich einen stark steigenden Strukturwandel bei den Kärntner Betrieben. Das müssen wir mit aller Kraft verhindern. Denn was dann folgt, ist Agrarindustrie. Und die hat hier in Kärnten keinen Platz. Unser Leitmodell ist der bäuerliche Familienbetrieb – und den müssen wir stärken“, betont Huber abschließend.
Foto: LK Kärnten/Pesentheiner