Pressemeldungen September 2026
Kärnten sagt Lebensmittelverschwendung den Kampf an
Lebensmittel benötigen Arbeit, Energie, Wasser und Boden. Trotzdem entstehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vermeidbare Lebensmittelabfälle. Das Land Kärnten rückt deshalb in der kommenden Woche bestehende Angebote zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung verstärkt in den Mittelpunkt.
„Nachhaltigkeit wird dort wirksam, wo sie im Alltag umsetzbar ist. Beim Umgang mit Lebensmitteln können wir Ressourcen schonen, Kosten reduzieren und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung stärken. Mir ist wichtig, dass wir nicht nur über Lebensmittelverschwendung sprechen, sondern auch konkrete Lösungen aufzeigen und bestehende Unterstützungsangebote vorstellen“, betont Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger.
Ein Schwerpunkt liegt auf Betrieben und Gemeinschaftsküchen, in denen täglich größere Mengen an Lebensmitteln verarbeitet werden. Das Land Kärnten unterstützt sie dabei, Einsparpotenziale zu erkennen und Lebensmittelabfälle zu reduzieren.
Bei der „Küche der Zukunft Challenge“ von BIO AUSTRIA und ZUKUNFT ESSEN werden Groß- und Gemeinschaftsküchen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Verpflegung begleitet. In Kärnten unterstützt die Abteilung 8 – Nachhaltigkeit die Teilnahme. Zu den geförderten Projekten gehören die HBLA Pitzelstätten, Sonnenstrahl, Grasser Gaumenlust GmbH und das Kolpinghaus Klagenfurt. Die Finanzierung erfolgt zu 80 Prozent durch den Bund und zu 20 Prozent durch das Land Kärnten.
Im Kolping-Jugendwohnhaus und Gästehaus Klagenfurt werden mit Unterstützung der BOKU Wien unter anderem Tellerreste erfasst und ausgewertet. Damit sollen Lebensmittelabfälle gezielt reduziert werden. Gleichzeitig wird der Bio-Anteil erhöht, der Speiseplan stärker pflanzlich ausgerichtet und die Bewohner werden in Workshops für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert.
Mit „Küchenprofi[t]“ von United Against Waste gibt es ein weiteres Beratungsprogramm. In Kärnten wurde dieses über Ökofit kofinanziert. Dabei werden Lebensmittelabfälle direkt in den teilnehmenden Betrieben analysiert und anschließend Einsparpotenziale und konkrete Maßnahmen erarbeitet. Das Angebot richtet sich unter anderem an Gastronomiebetriebe, Hotels und Großküchen.
Einen anderen Weg geht das Klinikum Villach. Nicht konsumierte Speisen aus dem Mitarbeiterrestaurant, darunter Suppen, Salate und Beilagen, werden von der ARGE Sozial abgeholt und an bedürftige Menschen weitergegeben. Dadurch konnte der Speisenverwurf reduziert und gleichzeitig ein sozialer Nutzen geschaffen werden.
Auch Kinder sollen früh für den bewussten Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert werden. Im vom Klimabündnis Kärnten geförderten Workshop „Klimafreundlich Essen“ erfahren Schüler den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimaschutz. Dabei geht es unter anderem um regionale, saisonale und biologische Lebensmittel, Fleischkonsum und Fairtrade. Seit 2024 fanden mehr als 150 dieser Workshops an Volksschulen statt.
„In Kärnten gibt es bereits viele gute Ansätze: von Beratung und Abfallvermeidung über die Weitergabe genießbarer Lebensmittel bis hin zur Bewusstseinsbildung bei Volksschulkindern. Genau diese Erfahrungen wollen wir sichtbar machen, stärker miteinander verbinden und weitere Betriebe und Einrichtungen dazu ermutigen, bestehende Angebote zu nutzen“, so Lagger-Pöllinger.
Auch österreichweit bestehen Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung. Mit „Lebensmittel sind kostbar!“ verfolgt das Umweltministerium gemeinsam mit Wirtschaft, Konsumenten, Gemeinden und sozialen Einrichtungen das Ziel, Lebensmittelabfälle nachhaltig zu vermeiden und zu reduzieren. Das Land Kärnten will im Rahmen seines aktuellen Schwerpunkts bestehende Angebote, regionale Initiativen und Best-Practice-Beispiele verstärkt bekannt machen.
„Es gibt bereits viel Wissen, engagierte Partner und funktionierende Angebote. Unsere Aufgabe ist es, diese stärker miteinander zu verbinden und dafür zu sorgen, dass die Informationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Nachhaltigkeit soll keine abstrakte Vorgabe sein, sondern Menschen und Betriebe dabei unterstützen, konkrete Veränderungen umzusetzen“, betont Lagger-Pöllinger.
Foto: Symbolbild