Pressemeldungen September 2026
AK Kärnten: Mehr Jugendliche suchen Lehrstelle, Zahl der offenen Stellen sinkt
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Kärnten zeigen weiterhin Handlungsbedarf. Im August waren 15.652 Menschen arbeitslos gemeldet, weitere 2.473 Personen befanden sich in Schulungen.
Besonders richtet die Arbeiterkammer Kärnten den Blick auf die Situation am Lehrstellenmarkt. AK-Präsident Günther Goach betont: „Wenn wir über Arbeitslosigkeit sprechen, müssen wir gleichzeitig über Ausbildung sprechen. Ohne gut ausgebildete Lehrlinge werden die Arbeitslosenzahlen künftig steigen, der Fachkräftemangel wird größer.“
Während im August 604 Jugendliche einen Ausbildungsplatz suchten, waren 524 offene Lehrstellen gemeldet. Gegenüber August 2025 stieg die Zahl der Lehrstellensuchenden um 10,2 Prozent, gleichzeitig sank die Zahl der offenen Lehrstellen um 3,1 Prozent.
Dass offene Lehrstellen und Jugendliche auf Lehrstellensuche nicht automatisch zusammenfinden, hat laut Goach mehrere Gründe. „Ein Jugendlicher aus Wolfsberg kann nicht einfach eine Lehre in Spittal beginnen. Fehlende Öffi-Verbindungen, lange Wege und hohe Kosten machen viele Ausbildungsplätze faktisch unerreichbar.“ Hinzu kommen laut AK hohe Mieten sowie psychische Belastungen wie Zukunftssorgen oder Überforderung.
AK-Wirtschaftsexperte Jürgen Kopeinig sieht Investitionen in die Lehre auch als Investitionen in den Wirtschaftsstandort: „Jeder Euro, der in die Lehre investiert wird, stärkt langfristig den Wirtschaftsstandort Kärnten. Wer heute qualifiziert ausbildet, reduziert morgen den Fachkräftemangel, erhöht die Beschäftigungschancen junger Menschen und fördert die regionale Wertschöpfung in allen Teilen Kärntens.“
Eine attraktive Lehrlingsausbildung soll gleichzeitig dazu beitragen, junge Menschen im Land zu halten und damit den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken.
Die AK Kärnten fordert bessere Öffi-Anbindungen, leistbare Starterwohnungen, moderne Lehrpläne und eine zeitgemäße Ausbildungsqualität. Auch die Digitalisierung soll stärker berücksichtigt werden. Kopeinig erklärt: „Insbesondere und darüber hinaus braucht es eine konsequente Digitalisierung der Ausbildung, damit Lehrlinge jene Kompetenzen erwerben, die in einer zunehmend technologiegetriebenen Wirtschaft gefragt sind – Stichwort Künstliche Intelligenz.“
AK-Präsident Günther Goach fordert darüber hinaus einen Ausbildungsfonds: „Um die Lücke zwischen offenen Lehrstellen und Lehrstellensuchenden zu schließen, braucht es klare Verantwortung. Ein Ausbildungsfonds wäre ein gerechter Schritt: Wer keine Lehrlinge ausbildet, soll jene Betriebe finanziell unterstützen, die diese Aufgabe übernehmen und damit die Fachkräfte von morgen sichern.“
Foto: Mein Klagenfurt