Pressemeldungen Oktober 2026
LK-Wahl 2026 in Kärnten: Bauernbund bleibt vorne, Freiheitliche legen zu

Die Landwirtschaftskammerwahl 2026 in Kärnten ist geschlagen. Der Kärntner Bauernbund mit Spitzenkandidat Siegfried Huber behauptet mit 47,15 Prozent und 18 Mandaten seine führende Position.
Die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft mit Roman Linder verzeichnet mit 26,15 Prozent den größten Stimmenzuwachs und erhält künftig zehn statt sieben Mandate. Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten sowie die Liste Heimo Urbas verlieren jeweils ein Mandat. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern sind künftig nicht mehr in der 36 Sitze umfassenden Vollversammlung vertreten.
Von 61.846 Wahlberechtigten gaben 22.475 ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 36,34 Prozent und damit um 0,32 Prozentpunkte höher als 2021. Das Ergebnis ist vorläufig.
| Wählergruppe | Stimmenanteil | Veränderung | Mandate |
|---|---|---|---|
| Kärntner Bauernbund | 47,15 % | +0,84 Prozentpunkte | 18 (±0) |
| Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft | 26,15 % | +5,62 Prozentpunkte | 10 (+3) |
| Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern/Skupnost južnokoroških kmetic in kmetov (SJK) | 10,93 % | -0,73 Prozentpunkte | 4 (±0) |
| SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten | 8,50 % | -2,38 Prozentpunkte | 3 (-1) |
| Liste Heimo Urbas/Österreichischer Unabhängiger Bauernverband – UBV/Kärnten | 4,71 % | -1,26 Prozentpunkte | 1 (-1) |
| Grüne Bäuerinnen und Bauern | 2,55 % | -2,08 Prozentpunkte | 0 (-1) |
Im siebenköpfigen Vorstand behält der Kärntner Bauernbund vier Sitze. Die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft erhöht ihre Vertretung von einem auf zwei Sitze. Die Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern/Skupnost južnokoroških kmetic in kmetov (SJK) hält ihren einen Vorstandssitz.
In Klagenfurt Stadt bleibt der Bauernbund mit 45,42 Prozent stärkste Kraft. Die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft erreicht 21,59 Prozent und legt gegenüber 2021 um 3,98 Prozentpunkte zu. Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern kommen auf 12,63 Prozent, die SJK auf 11 Prozent. Die Grünen erreichen 6,72 Prozent, die Liste Urbas 2,65 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Klagenfurt Stadt beträgt 24,17 Prozent. Von 2.044 Wahlberechtigten gaben 494 ihre Stimme ab.
Im Bezirk Klagenfurt Land gewinnt der Bauernbund deutlich dazu und erreicht 48,40 Prozent. Die SJK folgt mit 19,62 Prozent vor der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft mit 17,37 Prozent. Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern erreichen 9,48 Prozent, die Grünen 2,87 Prozent und die Liste Urbas 2,25 Prozent.
Die Wahlbeteiligung liegt hier bei 41,09 Prozent.
In Völkermarkt erzielt die SJK mit 37,48 Prozent den höchsten Stimmenanteil, vor dem Bauernbund mit 32,35 Prozent. In den übrigen neun Bezirken liegt der Bauernbund an erster Stelle. Die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft verzeichnet besonders deutliche Zugewinne in Wolfsberg mit 8,13 Prozentpunkten, Spittal an der Drau mit 8,12 Prozentpunkten und St. Veit an der Glan mit 7,04 Prozentpunkten.
| Bezirk | Wahlbeteiligung 2026 |
|---|---|
| Klagenfurt Stadt | 24,17 % |
| Klagenfurt Land | 41,09 % |
| Villach Stadt | 21,17 % |
| Villach Land | 35,31 % |
| Hermagor | 37,02 % |
| St. Veit an der Glan | 38,98 % |
| Spittal an der Drau | 35,49 % |
| Völkermarkt | 42,91 % |
| Wolfsberg | 29,12 % |
| Feldkirchen | 42,72 % |
Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber zeigt sich mit dem Ergebnis des Bauernbundes zufrieden: „Ich bin mehr als glücklich, dass wir nach diesem spannenden Wahlkampf, in dem es oft ‚alle gegen einen‘ hieß, ein kleines Plus verzeichnen und die vier Sitze im Vorstand behaupten konnten. Ich bin stolz und wir werden es jetzt gemeinsam anpacken.“
Vizepräsident Roman Linder spricht angesichts der drei zusätzlichen Mandate von einem besonderen Erfolg seiner Fraktion: „Wir sind die Wahlgewinner des Abends und so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr. Ich bin stolz auf die Kandidatinnen und Kandidaten, wir haben als Team gewonnen. Auf gute Zusammenarbeit!“
Marjan Cik von der Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern/Skupnost južnokoroških kmetic in kmetov (SJK) freut sich über den gehaltenen Vorstandssitz: „Ich bin überglücklich, dass wir uns zwischen den ‚Platzhirschen‘ behauptet haben und den Sitz im Vorstand halten konnten. Es ist gut, dass die Fraktion, die die zweite Landessprache repräsentiert, im Vorstand vertreten bleibt.“
Die SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten erreichen 8,50 Prozent und verlieren eines ihrer bisher vier Mandate. Landesvorsitzender und Spitzenkandidat Ralph Dörflinger räumt ein, dass das angestrebte Wachstum ausgeblieben ist. „Wir sind mit dem Ziel angetreten, stärker zu werden. Das ist uns mit diesem Ergebnis nicht gelungen. Gleichzeitig haben uns viele Menschen ihr Vertrauen geschenkt. Dafür bedanke ich mich herzlich. Für uns ist das ein Auftrag, dranzubleiben und uns weiterhin mit ganzer Kraft für Kärntens landwirtschaftliche Bevölkerung einzusetzen“, erklärt Dörflinger.
Die SPÖ will sich weiterhin für faire Einkommen, weniger Bürokratie sowie die Interessen kleinerer Betriebe, der Familienlandwirtschaft und der Nebenerwerbsbauern einsetzen. Auch die Anerkennung der Arbeit von Frauen und Perspektiven für die nächste Generation nennt Dörflinger als Schwerpunkte. SPÖ-Landesgeschäftsführer David Pototschnig dankt den Kandidaten und Helfern und kündigt an, das Wahlergebnis gemeinsam zu analysieren.
Die Liste Heimo Urbas/Österreichischer Unabhängiger Bauernverband – UBV/Kärnten erreicht 4,71 Prozent und ist künftig nur noch mit einem Mandat vertreten. KR Hermann Eberhard kommentiert das Ergebnis: „Bei einem Spiel gibt es Sieger und Verlierer, nicht bei einer Wahl. Die Bauern dürfen niemals die Verlierer sein.“
Für die Grünen Bäuerinnen und Bauern reicht es mit 2,55 Prozent nicht mehr für einen Sitz in der Vollversammlung. KR Karlheinz Gigler erklärt: „Leider haben wir unser Ziel nicht erreicht, da wir in der künftigen Vollversammlung nicht mehr vertreten sein werden.“
Agrarreferent LHStv. Martin Gruber spricht sich nach der Wahl für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, bei der die Anliegen der landwirtschaftlichen Betriebe im Vordergrund stehen.
Die Landwirtschaftskammerwahl 2026 endet damit mit einer unveränderten Mandatszahl für den Bauernbund, deutlichen Zugewinnen für die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft und einer veränderten Zusammensetzung der Vollversammlung.
Foto: LK Kärnten/Wajand