Pressemeldungen Juni 2026
Trotz Regens keine Entwarnung: Trockenheit bleibt große Herausforderung
Auch wenn es in den vergangenen Wochen geregnet hat, bleibt der Wasserhaushalt in Österreich stark belastet. Laut dem Umweltdachverband ist die Situation vielerorts weiterhin angespannt. Schon Ende April wiesen laut Erhebungen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) mehr als 70 Prozent der Grundwassermessstellen niedrige Wasserstände auf.
Der Umweltdachverband sieht in den zunehmenden Trockenperioden eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Betroffen seien längst nicht mehr nur einzelne Regionen.
„Trockenheit ist längst nicht mehr nur ein Problem einzelner Regionen oder einzelner Sektoren. Sie wird zu einer der zentralen Herausforderungen für Land- und Forstwirtschaft, Biodiversität und Wasserhaushalt in Österreich. Die entscheidende Frage ist zusätzlich zur fehlenden Regenmenge, ob und wie wir das Wasser in der Landschaft halten können“, sagt Kurt Lichtenwöhrer, Biodiversitätsexperte und Projektleiter im Umweltdachverband.
Gefordert wird ein stärkerer dezentraler Wasserrückhalt in der Landschaft. Dazu zählen etwa der Schutz von Feuchtgebieten, Feuchtwiesen und naturnahen Gewässern, die Wasser speichern und den regionalen Wasserhaushalt stabilisieren können.
Mit den Projekten „Wasser, Landwirtschaft und Lebensräume“ sowie „Wasser.Wald.Biodiversität“ arbeitet der Umweltdachverband gemeinsam mit Partnern an Lösungen für Land- und Forstwirtschaft. Ziel sei es, Wasserrückhalt zu stärken, Feuchtflächen wiederherzustellen und gleichzeitig Biodiversität, Klimaschutz sowie land- und forstwirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen.
Dabei werden laut Umweltdachverband Erfahrungen aus ganz Österreich gesammelt, regionale Lösungsansätze entwickelt und konkrete Pilotmaßnahmen gemeinsam mit Bewirtschaftern umgesetzt.
„Feuchtflächen sind keine verlorenen Produktionsflächen. Sie speichern Wasser, stabilisieren regionale Wasserhaushalte und fördern die Biodiversität. Davon profitieren nicht zuletzt auch die Bewirtschafter selbst“, betont Lichtenwöhrer.
Der Umweltdachverband fordert daher neben einer Reduktion der Bodenversiegelung vor allem den Schutz und die Wiederherstellung von Feuchtlebensräumen, um Österreich besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Foto: Mein Klagenfurt