Pressemeldungen Juni 2026
Papamonat und Elternkarenz: Immer noch finanzielle Hürden für Kärntner Väter
Immer mehr Kärntner Väter möchten aktiv Zeit mit ihren Kindern verbringen und interessieren sich für Papamonat oder Elternkarenz. Das zeigt der aktuelle AK-Wiedereinstiegsmonitor der Arbeiterkammer Kärnten, erstellt von L&R Sozialforschung. Dennoch stehen längeren Auszeiten laut Arbeiterkammer häufig noch gesellschaftliche und wirtschaftliche Hürden im Weg.
„Die gesetzlichen Reformen der vergangenen Jahre zeigen zwar Wirkung, weil sich immer mehr Väter für Papamonat und Elternkarenz interessieren, dennoch besteht noch deutlicher Aufholbedarf“, erklärt AK-Präsident Günther Goach anlässlich des bevorstehenden Vatertags.
In Österreich gibt es für Väter mittlerweile mehrere gesetzliche Möglichkeiten, Zeit mit der Familie zu verbringen. Dazu zählen der Papamonat direkt nach der Geburt, Pflegefreistellungen, Väterkarenz sowie spätere Elternteilzeitmodelle. Diese Angebote sind jeweils mit besonderen Schutzrechten im Arbeitsverhältnis verbunden.
Laut Michaela Eigner-Pichler, Referatsleiterin für Beruf, Familie und Gleichstellung in der AK Kärnten, zeigen gesetzliche Verbesserungen Wirkung. Vor allem die Verdoppelung des Familienzeitbonus auf derzeit rund 54,87 Euro pro Tag während des Papamonats habe das Interesse gesteigert.
Trotzdem zählt Kärnten bei der tatsächlichen Inanspruchnahme von Väterkarenz weiterhin zum hinteren Drittel Österreichs. Wenn Männer in Karenz gehen, dann meist nur für die gesetzliche Mindestdauer von zwei Monaten. Ein wichtiger Faktor sei dabei laut Arbeiterkammer das Einkommen innerhalb der Familie. „Verdient die Frau gleich viel oder mehr als ihr Partner, wird die Karenz öfter geteilt“, erklärt Eigner-Pichler.
Für AK-Präsident Goach bringt eine stärkere Beteiligung der Väter Vorteile für die ganze Familie: „Mehr Väterbeteiligung ermöglicht Männern eine aktivere Rolle in der Kinderbetreuung. Davon profitieren Familien insgesamt. Mütter können einfacher ins Berufsleben zurückkehren, womit sich die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen verringert.“
Fragen rund um Beruf, Familie und Gleichstellung beantwortet das Referat Beruf, Familie & Gleichstellung der AK Kärnten unter bfg@akktn.at oder telefonisch unter 050 477-1005.
Foto: Symbolbild