Pressemeldungen Juli 2026
Wörthersee erhält neue Seekanalisation um 35 Millionen Euro
Für die Sicherung der Abwasserverbringung setzt der Wasserverband Wörthersee-Ost mit den 12 Mitgliedsgemeinden bis 2030 drei Bauprojekte um: Austausch von 25 Kilometer Seedruckleitungen, Errichtung eines 7,5 Kilometer langen Haupttransport- und Sammelkanals zur Kläranlage und eine neue Ableitung für das Keutschacher Seental über 2,5 Kilometer.
Noch im Juli starten die Vorarbeiten für das Großprojekt zur Erneuerung der 50 Jahre alten Seedruckleitungen durch den Wasserverband Wörthersee-Ost. Ziel ist es, die Sicherheit der Abwasserverbringung und die Sauberkeit des Wörthersees auch weiterhin zu gewährleisten. Bürgermeister Christian Scheider als Obmann des Wasserverbandes Wörthersee-Ost (WWO) stellte am Freitag gemeinsam mit Ing. Ingolf Herold (Geschäftsführer WWO) und Projektleiter Dipl.-Ing. Daniel Seebacher (CCE Ziviltechniker) Details bei einem Pressegespräch am Lendspitz vor.
Sie werden nun auf einer Länge von 25 Kilometern zwischen Klagenfurt und Techelsberg sukzessive ausgetauscht. „Die Seedruckleitungen waren in den 1970er Jahren eines der größten Umweltschutzprojekte Kärntens. Es wurde verhindert, dass der Wörthersee aufgrund von Abwässern kippt. Die Wasserqualität hat sich massiv verbessert. Damit das so bleibt, investieren wir in den nächsten Jahren 35 Millionen Euro in neue Leitungen und Kanäle“, erklärt Bürgermeister Scheider.
Die Rohre der neuen Pumpdruckleitungen werden an Land durch Schweißen zu mehreren hundert Meter langen Leitungsabschnitten verbunden und anschließend in den See eingezogen. Auf dem See werden diese Leitungsabschnitte auf Schwimmkörpern miteinander verschweißt und anschließend durch kontrolliertes Befüllen mit Wasser an den vorgesehenen Trassenabschnitt abgesenkt. Nach der Inbetriebnahme und einem erfolgreichen Probebetrieb der neuen Pumpdruckleitungen werden die bestehenden Leitungen aus dem See geborgen und fachgerecht entsorgt.
Dazu wird ein Kanal über 2,5 Kilometer Länge von Keutschach nach Reifnitz errichtet. „Damit verlaufen dann die Leitungen von Süd- und Nordufer getrennt bis zur Schnittstelle Maiernigg. Dort werden dann Abwässer von bis zu 400 Liter pro Sekunde anfallen – eine immense Menge“, betont Seebacher. Um das Abwasser von den neuen Seedruckleitungen Süd und Nord in der Ostbucht weiterzuleiten, wird ein rund 7.500 Meter langer Haupttransport- und Sammelkanal von Maiernigg bis zur Kläranlage errichtet. Dieser entlastet künftig die bestehenden Verbandskanäle in den Bereichen Viktring, Waidmannsdorf und St. Ruprecht. „Dadurch profitiert das Klagenfurter Kanalnetz insgesamt, da wieder mehr Kapazitäten frei werden. Aufgrund der neuen Trassenführung können zukünftig der Betrieb mehrere Pumpwerke eingespart werden“, so Herold.
Durch die neuen Leitungen können die Sicherheit der Abwasserableitung und die Sauberkeit des Wörthersees für die nächsten Jahrzehnte gewährleistet werden. Bis Anfang 2027 laufen die Ausschreibungsverfahren für das Großprojekt. Erste Baumaßnahmen erfolgen dann in der tourismusfreien Zeit von Oktober bis April 2027. Die Gesamtprojektkosten von etwa 35 Millionen Euro werden über den WWO mit den 12 Mitgliedsgemeinden (Klagenfurt, Maria Wörth, Pörtschach, Krumpendorf, Schiefling, Moosburg, Techelsberg, Ebenthal, Maria Saal, Keutschach, Köttmannsdorf, Maria Rain) finanziert. 2030 sollen die ersten Bauabschnitte des Bauvorhabens fertiggestellt sein und in Betrieb gehen.
Foto: StadtKommunikation/Spatzek