Pressemeldungen Juli 2026
Senioren häufiger Opfer tödlicher Radunfälle
Der VCÖ hat auf Basis von Daten der Statistik Austria die tödlichen Radunfälle in Kärnten analysiert. Demnach waren in den vergangenen drei Jahren sieben von elf tödlich verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrern 65 Jahre oder älter. Das entspricht einem Anteil von 64 Prozent.
Im Jahr 2025 waren drei der vier tödlich verunglückten Radfahrenden Seniorinnen oder Senioren.
„Mit der wachsenden Anzahl älterer Menschen wird es immer wichtiger, dass unser Verkehrssystem seniorengerecht wird. Gerade hinsichtlich des Radverkehrs ist der Aufholbedarf besonders groß“, sagt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Derzeit leben rund 139.000 Menschen ab 65 Jahren in Kärnten. Seit 2005 ist ihre Zahl um 41.000 gestiegen. Bis 2035 rechnet die Statistik Austria mit einem weiteren Anstieg auf rund 169.000 Seniorinnen und Senioren.
„Dieser hohe Anteil ist kein Argument gegen das Radfahren, sondern unterstreicht die Dringlichkeit, sichere und gute Bedingungen für das Radfahren in jedem Alter zu schaffen“, betont Klara Maria Schenk.
Der VCÖ spricht sich für den weiteren Ausbau sicherer Radwege aus. Als wirksame Maßnahmen nennt die Mobilitätsorganisation lückenlose, baulich getrennte Radwege entlang stark befahrener Straßen, übersichtliche Kreuzungen sowie Verkehrsberuhigung und Tempo 30 im Ortsgebiet.
Empfohlen werden außerdem Radfahrkurse, insbesondere für Menschen, die auf ein E-Bike umsteigen. Als Beispiel nennt der VCÖ die in den Niederlanden weit verbreiteten Dreiräder für ältere Menschen, die durch ihre höhere Stabilität das Sturzrisiko verringern.
Laut VCÖ sind rund zwei Drittel der Alltagswege von Seniorinnen und Senioren kürzer als fünf Kilometer und damit gut mit dem Fahrrad zurückzulegen. Regelmäßiges Radfahren fördere die Bewegung, stärke das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und das Gleichgewicht. Zudem könne das Fahrrad als kostengünstiges Verkehrsmittel vor Mobilitätsarmut schützen.
„Umso wichtiger ist es, dass die Radinfrastruktur seniorengerecht wird. Das heißt konkret, ein dichteres Radwegenetz und auf Straßen im Ortsgebiet ohne Radwege ein Tempolimit von höchstens 30 km/h“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Foto: Mein Klagenfurt