Pressemeldungen Juli 2026
Regierung einig bei Wehrdienstreform: 1.000 Euro Sold und verpflichtende Milizübungen
Die Bundesregierung hat sich beim Sommerministerrat in Salzburg auf eine umfassende Reform des Wehrdienstes geeinigt. Die neuen Regelungen sollen mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten.
Der Grundwehrdienst beim Bundesheer bleibt sechs Monate lang. Danach sind insgesamt drei Monate verpflichtende Übungen innerhalb von zehn Jahren vorgesehen. Ein Teil soll direkt an den Grundwehrdienst anschließen, weitere Milizübungen folgen später.
Deutlich erhöht wird die Vergütung. Grundwehrdiener sollen künftig 1.000 Euro monatlich erhalten und erstmals einen Urlaubsanspruch bekommen. Gleichzeitig soll die Ausbildung modernisiert und um Qualifikationen erweitert werden, die auch im späteren Berufsleben von Nutzen sind. Stehzeiten und systemfremde Tätigkeiten sollen reduziert werden.
Grundwehrdiener sollen außerdem nicht mehr zu sicherheitspolizeilichen Grenzeinsätzen herangezogen werden.
Der Zivildienst bleibt zunächst neun Monate lang. Ab 2027 können freiwillig zwei zusätzliche Monate absolviert werden. Das Modell „9+2“ soll nach einem Jahr evaluiert werden. Ab 2028 ist eine sogenannte Wehrdienst-Garantie vorgesehen. Sinkt die Zahl der jährlich 15.000 Grundwehrdiener um mehr als 7,5 Prozent, soll der Zivildienst ab dem Folgejahr verpflichtend um zwei Monate verlängert werden. Für diesen Automatismus braucht die Bundesregierung allerdings eine Verfassungsmehrheit und damit Unterstützung aus der Opposition.
Auch die Miliz soll modernisiert werden. Übungen sollen vier Jahre im Voraus planbar sein, Bürokratie reduziert und Qualifikationen besser anerkannt werden.
Neu geplant ist außerdem eine „Österreich-Woche“ für Wehr- und Zivildienstpflichtige sowie freiwillig teilnehmende Frauen. Jährliche Zivilschutz-Großübungen mit Bundesheer, Zivildienst und Blaulichtorganisationen sollen die Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen verbessern.
Foto: Bundesheer