Pressemeldungen Juli 2026
Kärntens Exporte steigen auf Rekordwert
Die Kärntner Exportwirtschaft hat sich 2025 trotz eines schwierigen internationalen Umfelds positiv entwickelt. Nach einem Rückgang im Jahr 2024 legten die Warenexporte Kärntens wieder deutlich zu und erreichten ein Volumen von 9,809 Milliarden Euro. Mengenmäßig betrug das Wachstum 0,4 Prozent.
Die Importe stiegen um 1,5 Prozent auf 8,157 Milliarden Euro, gingen mengenmäßig jedoch um 3,2 Prozent zurück. Dies deutet auf geringere Investitionen und eine niedrigere Produktion international tätiger Unternehmen in Kärnten hin.
Mit einem Außenhandelsüberschuss von knapp 1,7 Milliarden Euro erzielte Kärnten den höchsten Wert seit Beginn der Außenhandelsstatistik. Neben Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg zählt Kärnten weiterhin zu den fünf Bundesländern mit einer positiven Außenhandelsbilanz.
Für Wirtschaftskammer Kärnten-Präsident Jürgen Mandl zeigen die aktuellen Exportzahlen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Kärntner Unternehmen.
„Unsere exportierenden Betriebe beweisen tagtäglich ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Dass die Exporte trotz schwieriger Rahmenbedingungen wieder deutlich wachsen und Kärnten einen neuen Rekordüberschuss erzielt, ist eine außergewöhnliche Leistung unserer Unternehmen“, sagt Mandl.
Gleichzeitig verweist er auf hohe Energie- und Standortkosten, zunehmende Bürokratie sowie geopolitische Unsicherheiten. Gerade für ein exportorientiertes Bundesland wie Kärnten seien wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und Freihandelsabkommen, etwa mit den Mercosur-Staaten sowie mit Indien und Australien, von großer Bedeutung.
Auch Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig sieht die Entwicklung als positives Signal für den Wirtschaftsstandort Kärnten.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass unsere Exportwirtschaft auch unter herausfordernden Bedingungen wettbewerbsfähig und ein wichtiger, stabilisierender Faktor für den Standort ist“, so Schuschnig.
Mit der Exportoffensive des Landes Kärnten sollen Unternehmen beim Zugang zu neuen Märkten unterstützt werden. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit der Steiermark als gemeinsamer Wirtschaftsraum ausgebaut. Geplant sind unter anderem ein gemeinsamer Standortauftritt bei der EXPO 2027 in Belgrad sowie ein Wirtschaftsempfang in München.
Die Europäische Union bleibt mit mehr als 61 Prozent aller Ausfuhren der wichtigste Absatzmarkt für Kärntens Exporte.
Deutschland bleibt mit einem Exportvolumen von 2,618 Milliarden Euro trotz eines leichten Rückgangs von 1,3 Prozent wichtigster Handelspartner. Auf Platz zwei folgt China mit 1,305 Milliarden Euro und einem kräftigen Wachstum von 23,9 Prozent. Rang drei belegt Italien mit 925 Millionen Euro.
Zuwächse verzeichneten außerdem die Exporte nach Malaysia (+15,6 Prozent), Ungarn (+7,1 Prozent), Polen (+5,9 Prozent) und in die Schweiz (+4,1 Prozent). Rückgänge gab es bei den Exporten in die USA (-14,8 Prozent), nach Slowenien (-8,5 Prozent) und Frankreich (-3,3 Prozent).
Bemerkenswert ist auch die positive Außenhandelsbilanz mit China. Während Kärnten Waren im Wert von 1,305 Milliarden Euro exportierte, beliefen sich die Importe aus China auf 871 Millionen Euro.
Die wichtigste Warengruppe der Kärntner Exportwirtschaft bleibt der Maschinen- und Anlagenbau. Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte erreichten ein Exportvolumen von knapp drei Milliarden Euro und legten um 5,3 Prozent zu.
Besonders stark entwickelten sich außerdem elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren (+11,1 Prozent), Holz und Holzwaren (+10,1 Prozent) sowie Fleisch und genießbare Schlachtnebenerzeugnisse (+18,3 Prozent).
Bei den Importen bleibt Deutschland mit 2,427 Milliarden Euro wichtigstes Herkunftsland, gefolgt von China (871 Millionen Euro) und Italien (702 Millionen Euro).
Besonders deutlich stiegen die Importe aus Ungarn (+19,9 Prozent) und China (+12,4 Prozent). Rückläufig waren hingegen die Einfuhren aus den USA (-13,6 Prozent) und Japan (-7,9 Prozent).
Für Hemma Kircher-Schneider, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft und EU der Wirtschaftskammer Kärnten, zeigen die aktuellen Zahlen die Widerstandsfähigkeit der Kärntner Unternehmen.
„Die Rückkehr auf den Wachstumspfad ist ein starkes Signal. Unsere Unternehmen behaupten sich erfolgreich auf den internationalen Märkten und konnten ihre Exporte trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder deutlich steigern. Gleichzeitig zeigen die nur leicht steigenden Importe, dass viele Betriebe bei Investitionen weiterhin vorsichtig agieren. Umso wichtiger bleibt es, Unternehmen beim Zugang zu neuen Märkten gezielt zu unterstützen und internationale Chancen konsequent zu nutzen“, so Kircher-Schneider.
Foto: WKK/Helge Bauer