Pressemeldungen Jänner 2026
Unis Graz und Klagenfurt stärken Hochschulraum im Süden

Die Universitäten Graz und Klagenfurt arbeiten seit mehr als zehn Jahren im südösterreichischen Hochschulraum zusammen. Nun trafen sich Rektorate, Universitätsräte und zentrale Leitungspersonen beider Häuser am 12. Jänner 2026 im Benediktinerstift St. Paul zu einer Strategieklausur. Diskutiert wurden Zukunftsthemen, regionale Hochschulentwicklung und die Intensivierung der Kooperation. Die Anreise erfolgte bewusst per Koralmbahn, als Zeichen für die neue Verbindung zwischen den Universitätsstandorten.
Ein wichtiger Meilenstein der Zusammenarbeit ist das im Entwicklungsverbund Süd-Ost entwickelte Lehramtsstudium Sekundarstufe Allgemeinbildung. Daran beteiligten sich Hochschulen aus Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland. Die Klausur betonte auch die Rolle von Universitäten als Arbeitgeber, als Orte evidenzbasierter Erkenntnis und als Säulen der Demokratie.
Rektor Peter Riedler von der Universität Graz sieht in der Koralmbahn „eine historische Chance, den Süden Österreichs als Hochschulraum weiterzuentwickeln“. Er verwies auf Synergien bei Mobilität, Ressourcen und Lehrangeboten sowie auf die Möglichkeit, den Alpen-Adria-Raum stärker einzubinden. Ziel sei es, die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen und Kooperationen mit Hochschulen in Kärnten, der Steiermark, Slowenien und Norditalien auszubauen.
Auch für Rektorin Ada Pellert von der Universität Klagenfurt ist die neue Bahnverbindung ein wichtiger Impuls: Sie bezeichnete die Koralmbahn als „lebendige Verbindungsader zwischen Kärnten und der Steiermark“. Der Treffpunkt St. Paul sei ein starkes Zeichen gewesen, die neue Nähe aktiv zu nutzen. Für Studierende und Forschende eröffne sich ein Alltag mit kürzeren Wegen, breiterem Lehrangebot und engerem Austausch. Die Universitäten wollen Synergien ausbauen, ihre Profile verzahnen und als gemeinsame Wissenschafts- und Bildungsachse auftreten.
Bereits heute bestehen enge Kooperationen: In der Slawistik wurde eine gemeinsame Koordinationsstelle Russisch eingerichtet, die mit der Ukrainehilfe verknüpft ist. Im naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten die Universitäten unter anderem im FWF-geförderten Spezialforschungsbereich „Mathematik der Rekonstruktion für dynamische aktive Modelle“ zusammen, der von der Universität Graz koordiniert wird und an dem auch TU Graz und TU Wien beteiligt sind.
Auch international soll der südliche Hochschulraum attraktiver werden. Unterstützt wird dies durch Dual Career Services in Kärnten und der Steiermark, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Karriere, Familie und Mobilität beraten.
Foto: Walter Elsner/photo riccio