Der aktuelle Schneefall lockt viele Skitourengeher in die Berge. Was dabei oft unterschätzt wird, ist die Tourenplanung. „Tourenplanung wird im winterlichen Bergsport leider immer noch stiefmütterlich behandelt“, sagt Matthias Pilz, Projektleiter von AWIS.GIP, einem digitalen aplinen Wegeinformationssystem. Erst die strukturierte Vorbereitung ermögliche es, Gefahren zu erkennen und passende Entscheidungen zu treffen.
Pilz zeigt anhand eines Beispiels, dass eine Skitour heute in rund 15 Minuten qualitativ vorbereitet werden kann:
- Lawinenlagebericht prüfen: Ein erster Blick gilt dem aktuellen Lawinenprognosebericht auf lawine.at. Die Gefahrenlage entscheidet über Gebiet und Tourenziel.
- Tourendaten sammeln: Höhenlage, Exposition, Geländeform und Schwierigkeit werden aus dem Skitourenführer entnommen.
- Wetter und Gruppe einschätzen: Wetterprognose prüfen und abgleichen, ob Tour und Bedingungen zum eigenen Können und jenem der Begleitung passen.
- Route digital planen: Im Tourenportal der Naturfreunde wird die Route auf Basis der ÖK-Karte eingezeichnet, teils automatisch, teils manuell.
- Gefahren erkennen: Mithilfe der Hangneigungskarte und aktueller Luftbilder werden steile Hänge, kritische Bereiche und sichere Varianten identifiziert.
- Mentale Begehung: Abschnitt für Abschnitt wird die Route „im Kopf begangen“, mögliche Problemstellen werden bewusst wahrgenommen.
- Sicherung der Planung: Route speichern, aufs Smartphone übertragen und zusätzlich ausdrucken.
Wichtig bleibt, auch unterwegs flexibel zu bleiben. Spuren, Wetter und Schneedecke können sich rasch ändern, eine Tour sollte daher laufend an die tatsächlichen Verhältnisse angepasst werden.
Die Empfehlungen gelten für alle, die im winterlichen Gebirge unterwegs sind, ob auf Ski, Schneeschuhen, mit Splitboard oder beim Eisklettern.
Foto: Symbolbild