Pörtschach war in den 1950er-Jahren ein Treffpunkt für bekannte Künstler und Urlaubsgäste. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Tourismus am Wörthersee wieder Fahrt auf. Das Werzer-Astoria in Pörtschach spielte dabei eine wichtige Rolle. An diese Zeit erinnert nun die neue Publikation des Geschichtsvereines für Kärnten.
Historikerin Heidi Rogy beschäftigt sich darin mit dem Unterhaltungsangebot des Werzer-Astoria. Einen guten Einblick in diese Zeit geben alte Fotoalben. Sie werden heute vom Verein Pörtschach Archiv aufbewahrt.
Das Werzer Strandcasino wurde 1952 erneuert und bot viel Platz für Veranstaltungen. Das Werzer-Astoria hatte ein eigenes Musikensemble. Auch Conférenciers wie der Zauberkünstler Bobby Lugano unterhielten die Gäste. Immer wieder kamen bekannte Künstler nach Pörtschach. Auf der Bühne standen unter anderem Vico Torriani, Ossy Kolmann, Fritz Muliar, Hugo Wiener, Cissy Kraner und Maxi Böhm.
Am Nachmittag wurde zum Fünf-Uhr-Tee getanzt. Abends gab es Musik und verschiedene Unterhaltungsspiele. Bei Kärntner Abenden trat auch die Klagenfurter Volkstanzgruppe Edelweiß mit Schuhplattlern auf.
Auch für jüngere Gäste hatte Pörtschach einiges zu bieten. Jitterbug, Boogie-Woogie, Samba, Rumba und Rock’n’Roll waren damals besonders beliebt. Das Strandcasino Werzer entwickelte sich zu einem Treffpunkt für diese neuen Tänze. Zum Programm gehörten außerdem Kostümfeste, Bälle, Modeschauen, Miss- und Misterwahlen, Rock’n’Roll-Wettbewerbe und Hula-Hoop-Bewerbe.
Auch der Sport spielte eine große Rolle. In Pörtschach fanden hochrangige Tennisturniere, internationale Tanzbewerbe, Segelregatten und Wasserskibewerbe statt.
Die neue Publikation beschäftigt sich nicht nur mit Pörtschach. Der bekannte Historiker Manfried Rauchensteiner ist ebenfalls mit einem Beitrag vertreten. Er führt die Leser nach Vittorio Veneto in Italien und beschäftigt sich mit den Ereignissen am Ende des Ersten Weltkriegs.
Rauchensteiner kommt außerdem nach Klagenfurt. Am 14. Oktober um 17 Uhr stellt er gemeinsam mit dem Geschichtsverein im Kärntner Landesarchiv sein neues Buch „Sieben Soldaten und ein Todesfall“ vor. Darin geht es um Österreichs Verteidigung in den ersten Jahrzehnten der Zweiten Republik.
Auch mehrere Veranstaltungen des Geschichtsvereines werden vorgestellt. Im September ist eine Reise mit Kunsthistoriker Wilhelm Deuer in den Veneto geplant. Am 3. Oktober führt Andreas Kleewein zu bedeutenden Grabstätten am Veldener Friedhof. Am 6. Oktober führt Direktor Andreas Kuchler durch die neue Archäologie-Ausstellung im Museum Villach.
Im Mai kommenden Jahres können Mitglieder außerdem gemeinsam mit Roland Bäck das Burgenland entdecken. „Es ist für jede und jeden ein spannender Beitrag dabei“, verspricht das Redaktionsduo Heidi Rogy und Peter Wiesflecker.
Die neue Publikation des Geschichtsvereines für Kärnten ist um zehn Euro im Buchhandel und über die Vereinshomepage erhältlich.
Fotos: Pörtschach Archiv/Holböck