Pressemeldungen August 2026
Koralmbahn reduziert den Autoverkehr auf der Südautobahn deutlich
Seit der Inbetriebnahme der Koralmbahn hat sich der Autoverkehr auf der A2 Südautobahn im Bereich des Koralmkorridors deutlich stärker reduziert als im übrigen österreichischen Autobahnnetz. Das zeigt eine aktuelle Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der Asfinag.
Besonders deutlich ist der Rückgang in Kärnten. Im ersten Halbjahr 2026 wurden im Kärntner Koralmkorridor um 6,3 Prozent weniger Autofahrten gezählt als im ersten Halbjahr 2025. Im steirischen Abschnitt betrug der Rückgang 3,6 Prozent.
Zum Vergleich: Auf dem österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz außerhalb des Koralmkorridors ging der Autoverkehr lediglich um 0,6 Prozent zurück. Damit war der Rückgang im Kärntner Abschnitt rund zehnmal so stark.
Der VCÖ führt die Entwicklung unter anderem auf die neue Bahnverbindung zurück. „Mehr Bahn bringt weniger Autoverkehr. So wie bereits nach dem Ausbau und der Beschleunigung der Westbahnstrecke im Jahr 2012, hat auch die Koralmbahn zu einer Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn geführt“, so VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Allerdings nennt die Mobilitätsorganisation noch einen weiteren Einflussfaktor: Die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise hätten den Autoverkehr generell gedämpft.
Die Auswertung zeigt auch die Entwicklung im gesamten Kärntner Autobahn- und Schnellstraßennetz. Bei 53 Prozent der Zählstellen wurde im ersten Halbjahr ein Rückgang des Autoverkehrs festgestellt. Beim Lkw-Verkehr zeigt sich dagegen eine andere Entwicklung. Dieser nahm bei 91 Prozent der Kärntner Zählstellen zu.
Der am stärksten befahrene Autobahnabschnitt Kärntens war im ersten Halbjahr die A2 bei Pörtschach Ost. Dort wurden insgesamt 7,5 Millionen Fahrzeuge gezählt, davon waren 89 Prozent Pkw.
Nach Ansicht des VCÖ könnte die Wirkung der Koralmbahn durch zusätzliche Maßnahmen noch verstärkt werden. Unternehmen könnten beispielsweise Öffi-Jobtickets, Jobräder oder Möglichkeiten zur Bildung von Fahrgemeinschaften anbieten.
Auch Tourismus- und Freizeiteinrichtungen könnten durch bessere Informationen über öffentliche Verbindungen und Anreize für eine Anreise ohne Auto dazu beitragen. Im Güterverkehr sieht der VCÖ Potenzial in einer stärkeren Nutzung betrieblicher Gleisanschlüsse.
Foto: ÖBB/Chris Zenz