Pressemeldungen August 2026
Grüne messen 65 Grad am Neuen Platz und präsentieren Stadtplan für kühle Orte
Die Grünen Klagenfurt und die Grüne Generation plus Kärnten haben am Mittwoch mit einem Hitzespaziergang durch die Klagenfurter Innenstadt auf die zunehmende Hitzebelastung aufmerksam gemacht. Am Neuen Platz wurden dabei 65,1 Grad gemessen, während im schattigen Landhaus-Park lediglich 25,7 Grad registriert wurden. Gleichzeitig präsentierten sie einen neuen Stadtplan „Kühle Orte“, der Schattenplätze, Trinkbrunnen, Parks und weitere Rückzugsorte an heißen Tagen aufzeigt.
Nach Angaben der Grünen nimmt die Zahl der heißen Tage in Klagenfurt seit Jahren deutlich zu. Während zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich 48 Sommertage und sechs Hitzetage pro Jahr verzeichnet wurden, waren es im Jahr 2025 bereits 83 Sommertage und 33 Hitzetage. Bis Mitte Juli 2026 wurden bereits 54 Sommertage und 26 Hitzetage registriert. Damit gab es heuer schon Mitte Juli um 20 Hitzetage mehr als früher im Durchschnitt eines gesamten Jahres.
„Wer bei diesen Temperaturen noch sagt: ‚Im Sommer war es schon immer heiß‘, verschließt die Augen vor der Realität. Was wir gerade erleben, ist nicht normal. Diese Hitze ist eine ernsthafte Gefahr für unsere Gesundheit“, sagt Stefan Samonig, Stadtparteiobmann der Grünen Klagenfurt.
Besonders betroffen seien ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder in aufgeheizten Wohnungen leben.
„Hitze ist längst nicht mehr nur ein Klimathema. Sie ist auch eine Gesundheits- und soziale Frage. Wer sich eine Klimaanlage oder ein Ferienhaus am See leisten kann, kommt leichter durch den Sommer. Viele Klagenfurterinnen und Klagenfurter haben diese Möglichkeiten aber nicht. Sie brauchen Schatten, Trinkwasser und öffentliche Orte, an denen sie sich abkühlen können.“
Auch die Presseunterlage verweist auf die gesundheitlichen Folgen der Hitze. Demnach wurden im Juni 2026 österreichweit 395 hitzeassoziierte Todesfälle registriert, in Kärnten starben im Jahr 2025 43 Menschen infolge von Hitze.
Für die Grünen steht fest, dass Klagenfurt einen umfassenden Hitzeschutzplan benötigt.
„Wir brauchen mehr Trinkbrunnen, mehr Bäume, kühle Aufenthaltsorte in jedem Stadtteil und öffentliche Gebäude, die an Hitzetagen als Rückzugsorte offenstehen. Vor allem ältere Menschen dürfen mit dieser Belastung nicht allein gelassen werden“, fordert Samonig.
In der Presseunterlage verweisen die Grünen darauf, dass zahlreiche Vorschläge des Gemeinderatsclubs bisher nicht umgesetzt worden seien. Genannt werden unter anderem ein Hitzeschutzkoordinator, Cooling-Down-Räume in öffentlichen Gebäuden, zusätzliche Trinkbrunnen, mehr Schattenplätze sowie spezielle Hitzeschutzinformationen für ältere Menschen.
Auch Brigitta Luchscheider, Obfrau der Grünen Generation plus Kärnten, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Die extreme Hitze und die anhaltende Trockenheit bestimmen längst unseren Alltag. Es gibt einen Satz, der leider immer wahrer wird: So kühl wie heuer wird es nie mehr. Genau das muss ein Weckruf sein. Jeder weitere Aufschub beim Klimaschutz erhöht die gesundheitlichen Risiken und kostet im schlimmsten Fall Menschenleben.“
Sie spricht sich zudem für rasch umsetzbare Maßnahmen aus. „Gerade besonders gefährdete Menschen brauchen jetzt Unterstützung. Kooperationen mit dem Elektrohandel für Ventilatoren oder Luftkühler, Crowdfunding-Initiativen oder andere Formen der Bürgerbeteiligung könnten schnell und unbürokratisch helfen.“
Samonig fordert daneben langfristige Veränderungen in der Stadtentwicklung. „Wir müssen unsere Stadt so umbauen, dass die Klagenfurterinnen und Klagenfurter auch an heißen Tagen gut und gesund leben können. Dafür müssen wir die nachhaltige Entwicklung der Stadt konsequent mitdenken. Von der Frage, wie wir Gebäude bauen und kühlen, wie wir Strom erzeugen und uns fortbewegen, bis hin zur Frage, wie wir unsere Plätze und Grünräume gestalten und wie wir mit Bäumen, Grünräumen und unseren kühlenden Gewässern umgehen. Es ist wichtig, den Klimaschutz entschlossen voranzutreiben“, so Samonig.
Als konkrete Unterstützung präsentierten die Grünen Klagenfurt gemeinsam mit der Grünen Generation plus Kärnten den neuen Stadtplan „Kühle Orte“. Er soll insbesondere älteren Menschen, Familien mit Kindern und anderen besonders hitzegefährdeten Personen helfen, an heißen Tagen rasch Schatten, Trinkbrunnen, Parks und weitere kühle Aufenthaltsorte zu finden.
Der Stadtplan soll die Orientierung erleichtern, die Bedeutung von Grünräumen sichtbar machen und zugleich aufzeigen, wo es in Klagenfurt noch weiteren Handlungsbedarf gibt. Er versteht sich als praktische Alltagshilfe und als Impuls für eine klimafitte Stadtplanung.
„Der Stadtplan ist eine Hilfe für den Alltag, aber er ist auch ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig eine klimafitte Stadtplanung geworden ist. Er macht sichtbar, wo Klagenfurt bereits kühle Rückzugsorte zu bieten hat, und wo noch dringend nachgebessert werden muss. Unser Ziel muss sein, dass jeder Mensch in jedem Stadtteil einen kühlen Ort in seiner Nähe erreichen kann. Denn Hitzeschutz darf keine Frage des Wohnorts oder des Geldbörsels sein“, betonen Samonig und Luchscheider abschließend.
Vorschläge für weitere kühle Orte, die in den Stadtplan aufgenommen werden sollen, können bei den Grünen eingebracht werden.
Fotos: Die Grünen Kärnten