Pressemeldungen April 2026
„Schleichts euch“ vom Chef wird teuer: AK erkämpft 15.000 Euro für Beschäftigte
Ein Streitgespräch am Arbeitsplatz hat für einen Gastronomiebetrieb in Kärnten ein teures Nachspiel gehabt. Zwei Beschäftigte wandten sich nach einer fristlosen Abfuhr durch ihren Chef an die Arbeiterkammer Kärnten (AK), mit Erfolg: Insgesamt 15.000 Euro Kündigungsentschädigung mussten schließlich ausbezahlt werden.
Die beiden Angestellten wollten ursprünglich ein klärendes Gespräch mit ihrem Arbeitgeber führen, um betriebliche Probleme zu besprechen. Statt einer Lösung kam es jedoch zu einer verbalen Entgleisung. Der Chef forderte die Mitarbeiter auf, ihre Schlüssel abzugeben und „sich zu schleichen“.
Die Betroffenen akzeptierten dieses Vorgehen nicht und suchten umgehend Unterstützung bei der AK-Bezirksstelle Spittal. Dort wurde der Fall rechtlich geprüft und dokumentiert. Laut Bezirksstellenleiter Andreas Gaggl versuchte der Arbeitgeber später, die Situation anders darzustellen. Er behauptete, die beiden hätten eigenmächtig ihre Arbeit beendet und seien einfach nicht mehr erschienen. Dank genauer Dokumentation konnten diese Behauptungen jedoch widerlegt werden.
In weiterer Folge musste der Arbeitgeber jeweils 7.500 Euro Kündigungsentschädigung an die beiden Beschäftigten zahlen.
AK-Präsident Günther Goach betont in diesem Zusammenhang, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegen ungerechtfertigte Entlassungen wehren können: „Niemand muss sich am Arbeitsplatz beschimpfen oder ohne Einhaltung von Fristen vor die Tür setzen lassen. Wir helfen AK-Mitgliedern kostenlos.“
Die Arbeiterkammer weist darauf hin, dass Fälle, in denen ungerechtfertigte Entlassungen nachträglich als freiwillige Kündigung dargestellt werden, immer wieder vorkommen. Betroffene sollten daher rasch Unterstützung in Anspruch nehmen, um ihre Rechte zu sichern.
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Foto: Mein Klagenfurt