Die Grippe- und Erkältungssaison steht bevor. Influenza, COVID-19 und das RS-Virus (RSV) können vor allem bei älteren Menschen, chronisch Erkrankten und Personen mit geschwächtem Immunsystem schwere Erkrankungen auslösen. Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner empfiehlt deshalb, den eigenen Impfstatus überprüfen zu lassen und angebotene Schutzimpfungen rechtzeitig zu nutzen.
„Impfungen zählen zu den wirksamsten Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge. Sie können das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und Komplikationen deutlich reduzieren. Gerade ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Personen mit geschwächtem Immunsystem profitieren von einem guten Impfschutz. Mein Appell lautet daher: Nutzen Sie die Impfangebote und schützen Sie damit sich selbst und andere“, so Prettner.
Im Rahmen des österreichischen Impfprogramms stehen mehrere Schutzimpfungen kostenlos zur Verfügung. Je nach Impfung gelten unterschiedliche Altersgrenzen und Voraussetzungen.
Wichtig: Die RSV-Impfung für Erwachsene ist laut der vorliegenden Information nicht kostenlos. In den Kärntner Gesundheitsämtern wird sie im Rahmen einer Impfaktion um 140 Euro angeboten.
Wann die nächste größere Infektionswelle kommt, lässt sich nicht genau vorhersagen. Das Land Kärnten beobachtet die Verbreitung von Krankheitserregern unter anderem durch Abwasseruntersuchungen an elf Messstellen. Allgemeinmedizinerin Maria Korak-Leiter berichtet, dass derzeit vor allem gewöhnliche Erkältungsinfekte auftreten. Einzelne Influenza-Fälle werden bereits festgestellt, in den kommenden Wochen wird jedoch mit einem Anstieg gerechnet.
„Auch bei jüngeren Menschen kann eine echte Grippe schwer verlaufen. Besonders gefährdet aber sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, wie etwa Diabetes, rheumatischen Erkrankungen oder einer geschwächten Immunabwehr. Auch Menschen mit vielen sozialen Kontakten sollten an die Impfung denken.“
Landessanitätsdirektorin Karin Schorna-Drescher verweist auf erste Influenza-A-Nachweise bei Reiserückkehrenden und eine starke Virusaktivität in Großbritannien. Auch in Kärnten müsse daher mit einer möglicherweise frühen Grippewelle gerechnet werden.
Das RS-Virus kann schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Eine Impfung wird für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Bei bestimmten Risikofaktoren kann sie bereits ab 18 Jahren in Betracht gezogen werden. Für Babys gibt es eine andere Schutzmöglichkeit: Sie können kostenlos fertige Antikörper erhalten, die unmittelbar Schutz bieten sollen. Diese Immunisierung ist nach der Geburt im Krankenhaus oder in kinderärztlichen Praxen möglich.
Laut Landessanitätsdirektorin Schorna-Drescher zeigen sich seit Einführung dieser Immunisierung bereits Verbesserungen bei den Krankenhausaufnahmen von Babys und Kleinkindern.
Die Schutzimpfungen werden unter anderem in teilnehmenden Kassen- und Wahlarztpraxen sowie in öffentlichen Impfstellen der Bezirksverwaltungsbehörden und Magistrate angeboten. Vor dem Besuch sollte telefonisch geklärt werden, ob der gewünschte Impfstoff verfügbar ist und ob ein Termin benötigt wird. Der persönliche Impfstatus wird im elektronischen Impfpass dokumentiert. Hausärzte können beraten, welche Impfungen im jeweiligen Alter oder bei bestehenden Erkrankungen empfohlen werden.
Weitere Informationen zu den Impfempfehlungen und kostenlosen Impfangeboten gibt es unter www.impfen.gv.at.
Foto: Symbolbild