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Getreideernte 2021: Rückläufige Flächen, durchschnittliche Mengen und gute Qualitäten

Getreideernte 2021: Rückläufige Flächen, durchschnittliche Mengen und gute Qualitäten

Trotz verspäteten Erntebeginns wird eine brauchbare Ernte erwartet. Neue LK-Kampagne wirbt während der Erntezeit um mehr Verständnis und Rücksichtnahme im Straßenverkehr.

„In der Corona-Pandemie haben wir alle gesehen, wie wichtig die regionale Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln ist. Die Verfügbarkeit von angepassten Getreidesorten in Kärnten trägt einen wichtigen Teil dazu bei“, leitete LK-Präsident Siegfried Huber die Pressekonferenz zur Getreideernte 2021 ein.

Wetter und Klima
Das Getreidejahr 2020/2021 ist als eher schwieriges Jahr zu bezeichnen. „Die späte Ernte im Herbst 2020 (Mais und Sojabohnen) hat eine Verzögerung im Anbau von Wintergetreide verursacht“, erklärt DI Erich Roscher, Leiter der Abteilung Pflanzliche Produktion in der LK Kärnten. Mit ein Grund dafür waren die Niederschläge im Oktober, die eine Befahrbarkeit der Böden vielerorts im Land unmöglich gemacht haben. So wurde entweder sehr spät gesät (Winterweizen) oder auf den Anbau gänzlich verzichtet (Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale). Der Winter war zudem speziell in Oberkärnten sehr schneereich, die Schneedecken hielten sich bis in den März hinein. Das führte zu einem Absterben des im Herbst angebauten Getreides. Der Witterungsverlauf im Frühjahr war in vielen Landesteilen sehr trocken und kalt. Im Mai stellte sich eine kalte und niederschlagsreiche Witterungsphase ein. In vielen Regionen entsprachen die Niederschlagsmengen dem vieljährigen Mittel oder übertrafen dieses. Entlang und südlich des Alpenhauptkammes summierte sich um 25 bis 75 Prozent, in den südlichen Teilen Kärntens um 75 bis 125 Prozent mehr Niederschlag.
Ende Juni stiegen die Temperaturen auf über 30°C. Gepaart mit nur spärlichen Niederschlägen kamen alle angebauten Kulturen in einen Hitzestress. Mit den ersehnten Niederschlägen Anfang Juli entspannte sich die Situation.

Unwettersituation: Während es in den anderen Bundesländern verstärkt zu Hagel und Unwetterschäden kam, ist Kärnten glücklicherweise bisher großteils verschont geblieben. Es kam jedoch kleinräumig und punktuell zu Schäden. So musste auf ca. 1.000 ha ein Wiederanbau von Getreide durchgeführt werden. Das Gesamtausmaß der Schäden in Kärnten wird von der Österreichischen Hagelversicherung mit rund 1,2 Mio. Euro beziffert.

Flächen und Erträge
Wintergetreideanbaufläche: Die schwierigen Bedingungen im Herbst veranlassten die Kärntner Bauern ihre Fruchtfolge spontan abzuändern. Während der Weizen (inkl. Dinkel) ein leichtes Plus (+4%) mit einer Anbaufläche von 3.527 Hektar verzeichnen konnte, wurden die Anbauflächen von den im Herbst anspruchsvolleren Kulturen Roggen und Wintergerste stark reduziert. Die Wintergerstenanbaufläche nahm 2021 um 32% auf 2.797 Hektar ab, ebenfalls sank die Anbaufläche der Wintertriticale um 17% auf 2.833 Hektar. Winterroggen wurde um 193 Hektar (-29%) weniger angebaut, hier liegt Kärnten auf einem Langzeittief von 672 Hektar Anbaufläche. Ausschlaggebend für den Rückgang bei Roggen waren neben der Herbstwitterung auch die geringen Preise im vergangenen Jahr.

Sommergetreideanbaufläche: Die Flächen für den Anbau von Sommergetreide nahmen hingegen zu: Sommergerste wurde auf 1.905 Hektar angebaut, das sind um 608 Hektar (+32%) mehr als 2020. Hafer als Sommerkultur konnte auf 826 Hektar (+14%) zulegen.
Die gesamte Getreideanbaufläche in Kärnten beträgt 2021 12.875 Hektar, das sind 708 Hektar (-5%) weniger als 2020.

Für heuer wird insgesamt mit einer durchschnittlichen Ernte gerechnet. Die Getreidebestände präsentieren sich aktuell in einem zufriedenstellenden Zustand. Aufgrund des kühlen Frühjahrs ist die Vegetation um ca. 10 Tage im Rückstand.

  • Wintergerste: Die ersten Druschergebnisse bestätigen die Prognosen einer guten bis sehr guten Wintergerstenernte.
  • Winterweizen: Die späte Aussaat von Winterweizen ließ diesen sich teilweise nur schwach entwickeln, dünne Bestände sind die Folge. Für Weichweizen (inkl. Dinkel) werden daher durchschnittliche Erträge erwartet.
  • Sommergerste und Hafer: Sommerrungen wie Sommergerste und Hafer werden hingegen als durchschnittlich eingeschätzt. Die als Ersatz zur Winterkultur angebaute Sommergerste wird dennoch nicht den Ertrag der Wintergerste übertreffen können. Die Junihitze dürfte hier Ertrag gekostet haben.
  • Roggen und Triticale: Mit den kühlen Frühjahrsbedingungen dürfte der Roggen gut zurechtgekommen sein, daher werden hier leicht überdurchschnittliche Erträge erwartet. Triticale wiederum wird durchschnittlich im Ertrag geschätzt.

Durch die Kälte und die vielen trockenen Phasen haben sich die Pilzkrankheiten heuer in Grenzen gehalten, dies konnte auch die Auswirkungen des Wegfalls von Pflanzenschutzmitteln vor allem in der Gerste abfedern.

Ausblick: Ob alle Getreidearten entsprechend gut abliefern werden, hängt von der weiteren Juliwitterung ab. Die aktuell hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge könnten eine gute Ertragserwartung nach unten korrigieren. Auf Grund der geringeren Anbauflächen wird gegenüber 2020 eine um insgesamt 11% geringere Getreideproduktion erwartet.

Kärntner Saatbau GenmbH: angepasste und klimafitte Sorten
Die Kärntner Saatbau mit Sitz in Klagenfurt beschäftigt sich u.a. mit der Züchtung von neuen Sorten. Diese müssen auf ihre regionale Anpassung und wirtschaftliche Eignung geprüft und mit alten und aktuellen Sorten versuchstechnisch verglichen werden. „Die Kärntner Saatbau und die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) betreiben in Kärnten eine ausgedehnte Versuchswirtschaft auf mehreren Standorten“, erklärt DI Rainer Frank, Geschäftsführer der Kärntner Saatbau GenmbH. Die Kärntner Saatbau betreibt einen konventionellen Versuchsstandort in St. Donat bei St. Veit an der Glan und einen biologischen in Kappel/Krappfeld. Die Ktn. Saatbau prüft am Standort in St. Donat über 250 alte, bestehende sowie neue Getreide- und alternative Sorten und Stämme in exakten Feldversuchen, in Kappel am Krappfeld über 100 verschiedene Sorten und Stämme.

  • Umfang der Versuchswirtschaft in St. Donat: 170 Getreidesorten, Winter- und Sommerformen, 40 Sojabohnensorten, 20 Alternative Pflanzen, Körnererbse, Ackerbohnen; St. Donat ist ein Versuchsstandort für regionale Begrünungsmischungen für das neue Agrarumweltprogramm (ÖPUL).
  • Umfang der Bio-Versuchswirtschaft in Kappel/Krappfeld: 95 Biogetreidesorten, davon 18 Biodinkelsorten, 20 Biosojabohnensorten

Projekt „Klimafitte Züchtung und regionale Saatgutproduktion“
Der Klimawandel ist allgegenwärtig, das zeigen 10 Temperatur-Rekordjahre in den letzten 15 Jahren der Klimaaufzeichnungen. Antworten darauf liefern die heimischen Saatbau- und Saatzüchtungsunternehmen, wie etwa die Kärntner Saatbau. Die österr. Züchtungsunternehmen haben gemeinsam das Projekt „Klimafit“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Projektes sollen züchterische Vorarbeiten unterstützt werden und neue Sorten gezüchtet werden, die an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst sind. Es soll einen gemeinsamen Genpool zur Entwicklung „klimafitter“ Sorten geben. Diese gemeinsame Züchtung soll Grundlage für die künftige Versorgung mit heimischen Sorten und Produkten werden. Ziel ist es, klimafitte Sorten für Österreich zu entwickeln, diese an den voranschreitenden Klimawandel sowie an regionale Erfordernisse anzupassen und die Kulturartenvielfalt im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung sicherzustellen. In Österreich wurden im Jahr 2020 über 100 neue landwirtschaftliche Sorten zugelassen, davon ein Drittel aus österreichischer Züchtung. So hat die Pflanzenzüchtung in den letzten 20 Jahren durchschnittlich zu einer jährlichen Ertragssteigerung von 1,16 Prozent beigetragen.

LK-Kampagne bittet um Rücksicht auf Ernteverkehr
Abschließend stellte LK-Präsident Siegfried Huber eine neue Kampagne der LK Kärnten vor, die während der Erntezeit für mehr Rücksicht und Verständnis im Straßenverkehr wirbt: „Die Ernte ist eine enorme Arbeitsspitze, bei der ein erhöhtes Aufkommen an Traktoren, Anhängern und Mähdreschern auf Kärntens Straßen unterwegs ist, um das Getreide trocken in die Scheune oder zum Abnehmer zu bringen. Es geht hier um regionale Lebensmittelversorgung und deshalb möchte ich die Autofahrerinnen und Autofahrer um Verständnis bitten, wenn sie ein paar Minuten hinter einem Traktor herfahren müssen und nicht zu drängeln oder riskant zu überholen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt“, erklärt Huber. Um darauf aufmerksam zu machen, werden in den nächsten Tagen Aufkleber für Anhänger und Mähdrescher an die Bäuerinnen und Bauern mit dem Slogan „Bitte nicht drängeln. Freie Fahrt für heimische Lebensmittel“ ausgegeben, die die Autofahrer um Rücksicht bitten.

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