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Kärntens Schulen öffnen etappenweise ab Montag

Kärntens Schulen öffnen etappenweise ab Montag

Auf Grund des Coronavirus findet der Unterricht für Kärntens rund 67.000 Schülerinnen und Schülern unter neuen Rahmenbedingungen statt. So gilt beim zukünftigen Unterricht das so genannte „Schichtsystem“: Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wird die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die sich gleichzeitig an den Schulen aufhalten, reduziert.

Klagenfurt (LPD). Ab Montag, dem 18. Mai, fahren Kärntens Schulen ihren Betrieb schrittweise wieder hoch. Das teilten heute, Samstag, Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser sowie Bildungsdirektor Robert Klinglmair in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Öffentlichkeit mit. Vorgegangen wird dabei anhand des Etappenplans, der seitens des Bundesministeriums erstellt wurde. Demnach öffnen die die Primarstufe sowie die Sekundarstufe I – also Volksschulen, Neue Mittelschulen, AHS-Unterstufen, Sonderschulen sowie Deutschförderklassen sowie alle Jahrgänge und Klassen, mit verkürzten Unterrichtsjahr an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen – am 18. Mai. Ab dem 3. Juni wird in allen Klassen der Sekundarstufe II – also AHS Oberstufe, BMS, BMHS, Polytechnische Schulen – der Unterricht wiederaufgenommen.

Kaiser dankte eingangs allen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bildungsdirektion sowie der Gewerkschaft für ihren besonderen Einsatz in den vergangenen Wochen. Mit dem „Distance Learning“ sei ein neuer Lernzweig entstanden, der eine große Herausforderung dargestellt habe. „Mit der großen Bereitschaft, sich dieser Aufgabe zu stellen, konnte diese Herausforderung gemeinsam bewältigt werden“, so Kaiser. Es seien zahlreiche Maßnahmen getroffen worden, um den zukünftigen Schulalltag meistern zu können – angefangen von Schutz- und Hygienemaßnahmen, über neue und kleinere Unterrichtsbereiche bis hin zu neuen Stundenplänen, erklärte Kaiser. Auch die notwendigen Betreuungsangebote werden an Kärntens zur Verfügung gestellt, ebenso wie angepasste Leistungsbeurteilungen. Niemand könne vorhersagen, wie sich die nächsten Wochen entwickeln werden, die derzeitigen Corona-Fallzahlen würden jedoch zumindest eine erfreuliche Perspektive bieten. „Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass Cluster-Bildungen bisher nicht an elementarpädagogischen Einrichtungen oder in Schulen stattgefunden haben“, so der Landeshauptmann. Kaiser sprach sich ebenso für eine starke Schulautonomie in dieser Zeit der Krise aus. So hätten Kärntens Schulen selbstständig zwischen den möglichen Schichtmodellen (3-2-System, Reißverschlusssystem und wöchentlicher Gruppenwechsel) entscheiden können. Damit seien in dieser besonderen Situation individuelle Lösungen vor Ort möglich. In Kärnten haben sich jeweils rund 50 Prozent der Schulen entweder für das 3-2-Modell bzw. das Reißverschlusssystem entschieden.

Bildungsdirektor Klinglmair richtete seinen Dank vor allem an die Schulleitungen für das Bewältigen der herausfordernden Situation. Es sei in den letzten Wochen sehr gut gelungen, koordiniert vorzugehen. Klinglmair betonte auch die Betreuung der Schülerinnen und Schüler in den Schulen. „Zu Spitzenzeiten befanden sich rund 2.800 Kinder und Jugendliche in Betreuung“. Im Hinblick auf das Wiederhochfahren der Schulen am Montag sei mit allen Schulen die notwendigen Hygienemaßnahmen besprochen worden, zudem wurden seitens der Bildungsdirektion 17.400 Masken für die Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung, 20 Prozent – also rund 3.500 – davon werden als Reservemasken für Schülerinnen und Schüler vorgehalten. Eine besondere Unterstützungsmaßnahme gelang in Kärnten auch hinsichtlich der notwendigen technischen Infrastruktur für Distance-Learning. Es sei ein Bedarf von 777 Notebooks für Schülerinnen und Schüler ermittelt worden, 420 davon befinden sich derzeit und in der kommenden Woche in Verteilung, für die restlichen Notebooks hofft die Bildungsdirektion auf weitere Spenden. Klinglmair rief zudem die Dimension der notwendigen Maßnahmen in Erinnerung: So galt es in den letzten Wochen rund 67.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 7.000 Lehrerinnen und Lehrer an insgesamt 370 Standorten zu koordinieren.

Maria Glockner, Direktorin der VS 13 in Klagenfurt, berichtete aus dem schulischen Alltag der letzten Zeit und den kommenden, spezifischen Herausforderungen. Die Betreuungsangebote seien weniger als gedacht in Anspruch genommen worden. „Unser Anliegen ist es, den Kindern einen möglichst normalen Schulalltag bieten zu können. Wir freuen uns auch darüber, die Eltern entlasten zu können“, so Glockner.

Auf Grund des Coronavirus findet der Unterricht für Kärntens rund 67.000 Schülerinnen und Schülern unter neuen Rahmenbedingungen statt. So gilt beim zukünftigen Unterricht das so genannte „Schichtsystem“: Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wird die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die sich gleichzeitig an den Schulen aufhalten, reduziert. Werden in einer Klasse mehr als 18 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, wird diese in zwei Gruppen geteilt. Die Gruppen werden entweder im 3-2-Modell (eine jeweils von Montag bis Mittwoch bzw. eine Gruppe Donnerstag und Freitag – in der darauffolgenden Woche umgekehrt), im Reißverschlusssystem (Gruppenwechsel von Tag zu Tag) oder im wöchentlichen Rhythmus unterrichtet. Keinen Nachmittagsunterricht gibt es an den Pflichtschulen, Freigegenstände und unverbindliche Übungen entfallen bis Schuljahresende. Ebenso findet das Unterrichtsfach „Bewegung und Sport“ in allen Schulstufen nicht mehr statt, das Fach „Musikerziehung“ wird auf musiktheoretische Inhalte beschränkt. In den Gegenständen „Textiles und technisches Werken“ werden die Unterrichtsinhalte so festgelegt, dass Arbeitsflächen und Werkzeuge nicht unmittelbar hintereinander benützt werden müssen.

Das Betreuungsangebot an den Schulen bleibt weiterhin aufrecht, die verschränkte Form der Ganztagsschule wird nicht bis zum Ende des Unterrichtsjahres fortgeführt. Schülerinnen und Schüler, die keiner Risikogruppe angehören, sich aber aufgrund der aktuellen Situation psychisch nicht in der Lage sehen, dem Unterricht beizuwohnen, gelten als entschuldigt. Sie müssen den Lernstoff, der in der Schule unterrichtet wird, eigenständig nachholen.

Für die Schulen gelten ebenso umfassende Hygieneauflagen: So ist in Schulgebäuden außerhalb der Klassen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für alle Personen verpflichtend. Ebenso sind das Händewaschen bzw. die Handdesinfektion direkt nach dem Betreten eines Schulgebäudes vorgeschrieben und in den Schulen gelten die bekannten Abstandsregeln. Ebenso soll ein häufiges Lüften der einzelnen Schulräume eingehalten werden, genauso wie Pausenregelungen, die einen zu dichten Aufenthalt von Schülerinnen und Schülern vermeiden sollen.

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