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Kärnten setzt auf modernste Technik gegen Tuberkulose

Presseaussendung von: LHStv. Kaiser

LHStv. Kaiser stellt neuen Röntgenwagen des Landes Kärnten vor: „Damit können wir die Gesundheit der Kärntnerinnen und Kärntner noch besser schützen und ermöglichen eine schnellere und bessere Befundung durch den Facharzt sowie eine Reduktion der Kosten.“

LHStv. Peter Kaiser präsentiert den neuen Röntgenwagen des Landes Kärnten, das „Lungi-Mobil“. Am Foto „Lunigi 1“ mit Prim. Christian Geltner, Ersatzfahrer Franz Furian, Radiologietechnikerin Margit Wieser, Lungenfachärztin Renate Schaal-Beier und Fahrer Rudolf Petritz. Foto: Büro LHStv. Peter Kaiser/Eggenberger

Seit März verfügt Kärnten über einen hochmodernen Röntgenwagen, der eine flächendeckende Tuberkulosevorsorge ermöglicht. Laut Tuberkulosegesetz sind die Bezirkshauptmannschaften verpflichtet, mit geeigneten Maßnahmen eine lückenlose Tuberkulosevorsorge sicherzustellen. Der neue Röntgenwagen leistet dafür einen zentralen Beitrag: „Damit sind wir in der Lage, die Gesundheit aller in Kärnten lebenden Menschen noch besser zu schützen und stellen der Bevölkerung die modernste Medizintechnik im mobilen Einsatz zur Verfügung. Kärnten zählt damit zu den Bundesländern mit der modernsten Ausstattung bei der Tuberkulosevorsorge“, so Kärntens Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser anlässlich der heutigen Präsentation des neues Röntgenwagens. „Getauft“ wurde der Lungenröntgenwagen von Kaiser kurzerhand auf den passenden Namen „Lungi-Mobil“.

Als Generalunternehmer wurde die Firma Agfa HealthCare beauftragt. Die Anschaffung des rund 1,5 Millionen Euro teuren Wagens – ein Sattelaufleger der Firma MAN mit Zugfahrzeug – erfolgte über eine Leasingfinanzierung. Für Kaiser ist die Investition ein Beitrag zum „intelligenten Sparen“: „Durch den mobile Röntgenwagen ersparen wir uns die Kosten für eine ansonsten fällige Umrüstung der Röntgenanlagen in den Bezirkshauptmannschaften, die mit 700.000 Euro zu Buche schlagen würden.“

Mobiler Einsatz

Der neue Röntgenwagen erfüllt eine ganze Reihe an Aufgaben: So werden damit in Zukunft alle Röntgenuntersuchungen im Rahmen des Tuberkulosegesetzes und der Kärntner Reihenuntersuchungsverordnung in den Bezirken Klagenfurt Land, Völkermarkt, Wolfsberg, Feldkirchen, Hermagor, St. Veit an der Glan und Spittal an der Drau durchgeführt. Das ermöglicht auch umfassende Umgebungsuntersuchungen, wenn ein Fall einer ansteckenden Tuberkulose auftritt: Bis zu 200 Personen können dabei pro Tag untersucht werden. „Weiters werden alle Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen alle zwei Jahre untersucht, weil gerade bei älteren Menschen das Risiko einer Infektion besonders hoch ist“, betonte Kaiser. Darüber hinaus können weitere Risikogruppen besonders intensiv betreut werden: Der Wagen ist einmal pro Monat in der Justizanstalt Klagenfurt präsent, auch Prostituierte sowie Asylwerber und Flüchtlinge aus Risikoländern werden regelmäßig untersucht.

Jenseits des gesetzlichen Auftrags kann der Wagen auch von Kärntner Unternehmen zur Vorsorgeuntersuchung angefordert werden, vorausgesetzt, es gibt freie Kapazitäten. Neben dem Lungenröntgen erfolgen dabei auch eine Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) und eine Harnuntersuchung. Die Spirometrie kommt übrigens auch im Rahmen des Projekts „Gesunde Gemeinde“ oder bei Messen zum Einsatz.

Besser, schneller, günstiger

Die technische Ausstattung des Wagens entspricht den aktuellen Standards. Er verfügt neben der eigentlichen Röntgenanlage auch über ein Spirometrie- und ein Harnanalysegerät. Wesentlich erleichtert und verbessert wird die Befundung: „Der Wagen hat eine eigene Betrachtungsstation und verfügt auch über eine Anbindung zur Kärntner Gesundheitsdatenbank. Das vereinfacht die Befundung und die Übermittlung der Daten. Die Online-Bearbeitung erspart einiges an Bürokratie“, so die Lungenfachärztin Dr. Renate Schaal-Beier, die seit 2008 für die Tuberkulosevorsorge in ganz Kärnten zuständig ist. Die Daten selbst sind ausschließlich digital, was wesentlich günstiger kommt, als dies früher bei konventionellen Daten der Fall war. Mit im Team des Wagens sind auch die Radiologietechnikerin Margit Wieser und der Fahrer Rudolf Petritz.

Übrigens: Die Strahlenbelastung ist durch den Einsatz neuester Technologie auf ein Mindestmaß reduziert. Es besteht also nicht der geringste Anlass, sich vor einer Belastung durch Röntgenstrahlen zu fürchten.

Weitere Schritte

Der Einsatz des neuen Wagens hat zur Folge, dass viele alte Röntgenanlagen nicht mehr benötigt werden. Diese wurden Schritt für Schritt abgebaut, etwa in den Bezirkshauptmannschaften Hermagor, Feldkirchen, St. Veit an der Glan, Wolfsberg, Völkermarkt und Spittal an der Drau. Die Anlage in Villach entspricht dem aktuellen Stand der Technik und wird daher belassen. Ebenfalls aufrecht bleiben auch die Tuberkulosefürsorgestellen an allen Standorten.

24.3.: Welt-Tuberkulose-Tag

Die Präsentation des Röntgenwagens erfolgt rechtzeitig zum Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März. Die Tuberkulose ist weltweit immer noch die häufigste Infektionskrankheit und bereitet nicht nur den Ländern der 3. und 4. Welt, sondern auch den reichen Industriestaaten Europas große Sorgen. Trotz intensiver Anstrengungen der WHO ist es nicht möglich, diese Erkrankung auszurotten. Schätzungen zufolge ist anzunehmen, dass weltweit etwa 8,9 Millionen Menschen an Tuberkulose erkrankt sind. Etwa 3,9 Millionen Menschen leiden an einer offenen TBC und sind dadurch als infektiös (ansteckend) zu werten. In Kärnten wurden im Jahr 2011 36 TBC-Fälle gemeldet – aufgrund der optimalen Tuberkuloseüberwachung ist es gelungen, die Zahlen beständig rückläufig zu gestalten.

Die TBC ist in den letzten 10 Jahren in Österreich zwar ständig rückläufig gewesen, dennoch gibt es durch die Migration aus den Ostländern – insbesondere aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion wie der Ukraine, Moldawien oder Kasachstan – zunehmende Probleme. „Sehr große Sorgen bereitet uns zudem die MDR-TBC (multiresistente Tuberkulose), die gerade in diesen osteuropäischen Ländern mit rasender Geschwindigkeit zunimmt. Ihre Erregerstämme sind besonders gefährlich, da sie auf fast keine Medikamente mehr ansprechen“, so Renate Schaal-Beier. Daraus sei deutlich erkennbar, dass Kärnten weiterhin im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (Österreichisches Tuberkulosegesetz und Reihenuntersuchungsverordnung des Landes Kärnten) konsequent vorgehen und großes Augenmerk auf das Screening der Risikogruppen legen müsse.

Foto: Büro LHStv. Kaiser/Eggenberger

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