Zum Event- und Veranstaltungskalender

Besuche uns auf Facebook

Faschingszeit: „Schwerstarbeit für die Leber“

Internist und Leber-Experte Prim. Dr. Franz Siebert. Foto: Helge Bauer

Alkoholverzicht muss regelmaßig stattfinden

Internist und Leber-Experte Prim. Dr. Franz Siebert vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan über die Gefahr von Mixgetränken, warum es uns nach zu viel Alkohol schlecht geht und das "Reparaturbier".

In der Spezialsprechstunde für hepatologische Erkrankungen, geleitet von erfahrenen Hepatologen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit, werden Patienten begleitet und behandelt, die an Lebererkrankungen leiden oder erhöhte Leberwerte mit unklarem Befund haben.
Prim. Dr. Franz Siebert, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfacharzt für Gastroenterologie-Hepatologie sagt deutlich: „Einen kleinen, einmaligen Faschingsschwips kann eine gesunde Leber wegstecken – während der Narrenzeit stellt der oft erhöhte Alkoholkonsum trotzdem eine Belastung für das Entgiftungsorgan dar.“ Durch dauerhaften Alkoholkonsum kann sich eine Fettleber entwickeln, die wiederum zu einer Leberentzündung oder Leberzirrhose führen kann.

Experteninterview: Prim. Dr. Franz Siebert:
Wie viel Alkohol ist unbedenklich?
Prim. Dr. Franz Siebert: Experten unterscheiden bei übermäßigem Alkoholgenuss zwischen dem kurz dauernden -akuten - und dem chronischen übermäßigen Alkoholkonsum. Viele Menschen scäa?tzen die "normalen", also gesundheitlich unbedenklichen Grenzen des Alkoholgenusses falsch ein: Ärzte empfehlen für Frauen nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag - und das an maximal fünf Tagen pro Woche. Das entspricht pro Tag 100 Milliliter Wein oder einem kleinen Bier. Für Männer ist die Grenze etwa doppelt so hoch, also pro Tag maximal 200 Milliliter Wein oder zwei kleine Gläser Bier. Zwei alkoholfreie Tage in der Woche sollten unbedingt eingehalten werden.

Warum geht es uns nach längerdauerndem ausgeprägten Alkoholkonsum so schlecht?
Wenn wir Alkohol trinken, gelangt dieser durch unseren Verdauungstrakt ins Blut und wird dann im Körper verteilt. Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Fieber aber auch Gelbsucht, akute Bauchschmerzen und psychische Symptome treten auf und häufig ist diese akute alkoholische Schädigung auch mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzu?ndung verbunden.

Was verursacht die akuten Beschwerden nach einem Alkoholrausch?
Einerseits ist die direkte toxische Alkoholschädigung ( z.B.: Bewusstseinsstörungen, Gastritis etc) und andererseits der relative Flüssigkeitsverlust durch vermehrte alkoholbedingte Harnausscheidung (zB. Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen) für die Beschwerden verantwortlich. Dazu kommt eine ev. Histaminüberdosierung bzw. Unverträglichkeit

Kann massiver Alkoholkonsum tödlich enden?
Sollte durch den massiven Alkoholkonsum eine Gelbsucht, psychische Störungen und Zeichen eines Leberversagens auftreten, ist die Prognose sehr schlecht und die Krankheit verläuft sogar in ca. 30 Prozent der Fälle tödlich. Bei einem akuten übermäßigen Alkoholkonsum mit u?ber 3 Promille im Blut beginnt ein lebensbedrohlicher Zustand.

Wie gefährlich sind alkoholische Mischgetränke?
Insbesondere bei alkoholischen Mischgetränken ist besonders Acht zu geben. Da diese Getraänke sehr oft auch stimulierende Substanzen wie Koffein, Taurin etc. beinhalten, täuschen diese über das Eintreten einer alkoholisierenden Wirkung oft sehr lange hinweg.

Wie lässt sich ein „Kater“ verhindern?
Die wichtigste Vorbeugung eines Katers besteht auf den Verzicht von größeren Alkoholmengen oder Pausen zwischen dem Konsumieren von entsprechenden alkoholhaltigen Getränken. Es sollten auch während des Konsumierens von Alkohol und vor dem Schlafengehen größere Mengen getrunken werden. Hier greift man am besten zu mineralhaltigem Wasser.

Welche Rolle spielt hier das Mineralwasser?
Durch die Alkoholwirkung kommt es zu einer vermehrten Flüssigkeits- bzw. Harnausscheidung mit vermehrtem Verlust von Mineralstoffen. Aus diesem Grund sollte man zu mineralhaltigem Wasser greifen.

Welche Rolle spielt der Genuss von fetthaltigen Mahlzeiten während des Alkoholkonsums?
Das kann von Vorteil sein, da das Fett die Alkoholaufnahme des Körpers verlangsamt, allerdings beschleunigen Zucker und Kohlensäure die Alkoholresorption. Letzteres ist auch die Ursache warum viele Cocktails und Alkopops schnell zu Katersymptomen führen können.
Bleiben nur mehr Hausmittel wie z.B. das „Katerfrühstück“ (Sauerkraut, Rollmops, Bismarckheringe etc.)?
Am ehesten wirkt diese Mahlzeit indirekt, da sie zu einem vermehrten Durstgefühl führt und der Betroffene daher reichlich Flüssigkeit zu sich nimmt. Eine wissenschaftliche Belegung gibt es allerdings nicht.

Wie stehen Sie zum „Reparaturbier“?
Das sogenannte österreichische „Reparaturbier“ oder die Weisheit: „man soll dies weitertrinken womit man aufgehört hat“, verbessert nur die momentanen Symptome, verschiebt aber die Probleme des Katers nur auf einen späteren Zeitpunkt (sonst helfen nur symptomatische Mittel wie Medikamente gegen Kopfschmerzen, Kühlung des Kopfes, Magenschutzpräparate, Medikamente gegen Übelkeit etc.).

Wie viel Alkoholkonsum ist zu viel?
Personen die 10 Jahre und länger täglich ab etwa 60-70g Alkohol trinken, müssen in 40 Prozent der Fälle mit der Entwicklung einer Leberzirrhose rechnen. Bei Frauen genügt bereits ein etwas niedrigerer Konsum.

Welche Folgen hat der übermäßige Alkoholkonsum für unsere Leber?
Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann eine Fettleber entstehen, die sich entzünden kann. Aus der chronischen Leberentzündung kann sich eine Leberfibrose entwickeln, die eine Leberzirrhose und Leberkrebs zur Folge haben kann.

Wie macht sich eine Fettleber bemerkbar?
Zu den Zeichen einer schweren Fettlebererkrankung und weiters Leberzirrhose za?hlen eine zunehmende Müdigkeit und eine Leistungsminderung, Juckreiz der Haut, feine Gefäßveränderungen (spinnenartig), zum Teil die Verhärtung der Sehnen der Finger, verzögerte Blutungen bei Wunden, Zittern der Hände und auch andere geistige psychische Veränderungen sowie eine „Gelbsucht“ (zB. gelbe Verfärbung der Bindehaut)

Kann man eine Fettleber auskurieren bzw. ist bei einer Leberzirrhose eine Heilung moöglich?
Glücklicherweise hat die Leber große Fähigkeiten sich selbst zu regenerieren, wenn schädliche Einflüsse minimiert werden. Die Fettleber kann durch eine Alkoholvermeidung bzw Verhinderung weiterer schädigender Einflüsse vollständig rückgebildet werden, bei bereits bestehender Leberzirrhose kann die Erkrankung durchaus gebessert und stabilisiert werden.
Allerdings führen sowohl die weit fortgeschrittene Fettlebererkrankung als auch die Leberzirrhose zur erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Leberkrebses (ca. 30-40 Prozent der Betroffenen).

Fakten:

  • 1 Flasche Bier: ca. 12g reinem Alkohol 1/8 Wein = ca. 11g Alkohol
  • 1 Glas Sekt = ca. 13g Alkohol
  • 2cl Bacardi: ca. 6g Alkohol
  • 2cl Rum (80%ig): ca. 12g Alkohol 2cl Obstler (45%ig): ca. 7g Alkohol

Blutalkoholspiegel in Promille gemessen:

  • Alkoholische Mischgetränke 4cl 0,2-0,3 Promille
  • 1?4 Wein, Champagner etc. erreicht etwa 0,4 Promille, ebenso ein großes Bier
  • Bei Werten von 2-3 Promille kommt es zu Sprachstörungen, Verwirrtheitszuständen, Bewusstseinsstörungen, Verlust der Bewegungskoordination und im weiteren Sinn zur Alkoholvergiftung

Foto: Helge Bauer

Nach oben

Events- und Veranstaltungen  Monatsübersicht  Event- und Veranstaltungskalender

Übersicht Veranstaltungen: September 2020 | August 2020 | Juli 2020 | Juni 2020 | Mai 2020 | April 2020 | März 2020 | Februar 2020 | Jänner 2020 | Dezember 2019 | November 2019 | Oktober 2019 | September 2019 | August 2019 | Juli 2019 | Juni 2019 | Mai 2019 | April 2019 | März 2019 | Februar 2019 | Jänner 2019 | Dezember 2018 | November 2018 | Oktober 2018 | September 2018 | August 2018 | Juli 2018 | Juni 2018 | Mai 2018 | April 2018 | März 2018 | Februar 2018 | Jänner 2018 | Dezember 2017 | November 2017 | Oktober 2017 | September 2017 | August 2017 | Juli 2017 | Juni 2017 | Mai 2017 | April 2017 | März 2017 | Februar 2017 | Jänner 2017 | Dezember 2016 | November 2016 | Oktober 2016 | September 2016 | August 2016 | Juli 2016 | Juni 2016 | Mai 2016 | April 2016 | März 2016 | Februar 2016 | Jänner 2016 | Dezember 2015 | November 2015 | Oktober 2015 | September 2015 | August 2015 | Juli 2015 | Juni 2015 | Mai 2015 | April 2015 | März 2015 | Februar 2015 | Jänner 2015 | Dezember 2014 | November 2014 | Oktober 2014 | September 2014 | August 2014 | Juli 2014 | Juni 2014 | Mai 2014 | April 2014 | März 2014 | Februar 2014 | Jänner 2014 | Dezember 2013 | November 2013 | Oktober 2013 | September 2013 | August 2013 | Juli 2013 | Juni 2013 | Mai 2013 | April 2013 | März 2013 | Februar 2013 | Jänner 2013 | Dezember 2012 | November 2012 | Oktober 2012 | September 2012 | August 2012 | Juli 2012  | Juni 2012 | Mai 2012 | April 2012 | März 2012 | Februar 2012 | Jänner 2012 | Dezember 2011 | November 2011 | Oktober 2011 | September 2011 | August 2011 | Juli 2011 | Juni 2011 | Mai 2011 | April 2011 | März 2011 | Februar 2011 | Jänner 2011 | Dezember 2010 | November 2010 | Oktober 2010 | September 2010 | August 2010 | Juli 2010 | Juni 2010 | Mai 2010 | April 2010 | März 2010 | Februar 2010Jänner 2010 | Dezember 2009 | November 2009 | Oktober 2009 | September 2009 | August 2009 | Juli 2009 | Juni 2009 | Mai 2009 | April 2009 | März 2009 | Februar 2009 | Jänner 2009 | Dezember 2008 | November 2008 | Oktober 2008September 2008 | August 2008 | Juli 2008 | Juni 2008 | Mai 2008 | April 2008 | 1. Quartal 20082007 |           

Übersicht aktuelle Pressemeldungen aus Kärnten: September 2020 | August 2020 | Juli 2020 | Juni 2020 | Mai 2020 | April 2020 | März 2020 | Februar 2020 | Jänner 2020 | Dezember 2019 | November 2019 | Oktober 2019 | September 2019 | August 2019 | Juli 2019 | Juni 2019 | Mai 2019 | April 2019 | März 2019 | Februar 2019 | Jänner 2019 | Dezember 2018 | November 2018 | Oktober 2018 | September 2018 | August 2018 | Juli 2018 | Juni 2018 | Mai 2018 | April 2018 | März 2018 | Februar 2018 | Jänner 2018 | Dezember 2017 | November 2017 | Oktober 2017 | September 2017 | August 2017 | Juli 2017 | Juni 2017 | Mai 2017 | April 2017 | März 2017 | Februar 2017 | Jänner 2017 | Dezember 2016 | November 2016 | Oktober 2016 | September 2016 | August 2016 | Juli 2016 | Juni 2016 | Mai 2016 | April 2016 | März 2016 | Februar 2016 | Jänner 2016 | Dezember 2015 | November 2015 | Oktober 2015 | September 2015 | August 2015 | Juli 2015 | Juni 2015 | Mai 2015 | April 2015 | März 2015 | Februar 2015 | Jänner 2015 | Dezember 2014 | November 2014 | Oktober 2014 | September 2014 | August 2014 | Juli 2014 | Juni 2014 | Mai 2014 | April 2014 | März 2014 | Februar 2014 | Jänner 2014 | Dezember 2013 | November 2013 | Oktober 2013 | September 2013 | August 2013 | Juli 2013 | Juni 2013 | Mai 2013 | April 2013 | März 2013 | Februar 2013 | Jänner 2013 | Dezember 2012 | November 2012 | Oktober 2012 | September 2012 | August 2012 | Juli 2012  | Juni 2012 | Mai 2012 | April 2012 | März 2012 | Februar 2012 | Jänner 2012 | Dezember 2011 | November 2011 | Oktober 2011 | September 2011 | August 2011 | Juli 2011 | Juni 2011 | Mai 2011 | April 2011 | März 2011 | Februar 2011 | Jänner 2011 | Dezember 2010 | November 2010 | Oktober 2010 | September 2010 | August 2010 | Juli 2010 | Juni 2010 | Mai 2010 | April 2010 | März 2010 | Februar 2010Jänner 2010 | Dezember 2009 | November 2009 | Oktober 2009 | September 2009 | August 2009 |

Klagenfurt Bilder

Frauenportal

Tierheim Klagenfurt: Hunde | Katzen | Kleintiere | Vermisste- und Fundtiere

Das freie Wort

Interviews und Reportagen

Soziale Einrichtungen in Kärnten

Vereine in Klagenfurt

Sportveranstaltungen in Klagenfurt

Kunst und Kultur

Theater und mehr

Mein Klagenfurt mitgestalten

Charity und Hilfsprojekte 

Branchen Klagenfurt

Mein Klagenfurt Gästebuch

Online-Werbung

Mein Klagenfurt wird bereitgestellt von TYPO3 Webdesign www.dika.at

Nach oben

37

SPÖ Klagenfurt

Hilfswerk Kärnten

Kinder-Stipendium ermöglicht beitragsfreie Kinderbetreuung

Friseur Wilhelmer Klagenfurt

ENTLAUFENE UND ZUGELAUFENE TIERE