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Kärntner Erntebilanz 2017

Gute Ernte, schlechte Preise: Kärntens Ackerbauern suchen Alternativen

Gute Ernte, schlechte Preise: Kärntens Ackerbauern suchen Alternativen

Die Situation an den internationalen Getreidemärkten ist äußerst angespannt. Die Kärntner Ackerbauern versuchen daher durchaus mit Erfolg, in Produktionsalternativen wie Ölkürbis und Rapsvermehrung einzusteigen, um die betriebliche Wertschöpfung zu erhöhen. Solche Initiativen oder Projekte wie „Kärntner Braugerste“, „Kärntner Mahlweizen“ und „Kärntner Mahlroggen“ werden von der Landwirtschaftskammer Kärnten beratend unterstützt. Außerdem wird die Witterungssituation immer unberechenbarer, sodass innerhalb weniger Kilometer Spitzenerträge, aber auch massive Dürre- und Hagelschäden vorkommen. Die Streuung des Risikos auf mehrere Kulturen ist für die Landwirte daher das Thema der Zukunft.

Weltweite Situation
Getreideproduktion unter dem Rekordwert des Vorjahres
Die globale Getreideernte wird heuer nach den jüngsten Prognosen des Internationalen Getreiderates (IGC) um 4,1 % geringer ausfallen als im Rekordjahr 2016. Mit prognostizierten 2,038 Mrd. t gehört sie dennoch zu den höchsten Getreideernten der letzten Jahre. Ausschlaggebend für eine um 88 Mio. t reduzierte Produktion sind die aufgetretenen Dürre- und Trockenperioden in wichtigen Getreideanbauregionen (Nordamerika, Australien sowie Teile Europas). Diese Rückgänge betreffen sowohl den Weizen- als auch den Maismarkt.

Weltgetreidebilanz – Bedarf übersteigt Produktion
Vor allem bei Mais (-34 Mio. t), aber auch bei Weizen (-3 Mio. t) kann aufgrund der Produktionseinbußen der weltweite Bedarf nicht zur Gänze gedeckt werden. Die durch Dürre reduzierten Erntemengen beeinflussen den internationalen Handel in den Hauptexportländern. Bei Weizen werden die USA (-11,3 %) Exportanteile zugunsten von Russland (+9,7 %) sowie der EU-28 (+11,1 %) verlieren. Im weltweiten Maishandel wird Brasilien (+52,3 %) die geringeren US-Exportmargen (-13,6 %) ersetzen.
Die Produktionsüberschüsse der letzten Jahre führten zu einem Aufbau der weltweiten Lagervorräte, welche im Vorjahr einen Höchststand von 523 Mio. t erreicht haben. Das im heurigen Jahr erwartete Bilanzdefizit in der Höhe von 45 Mio. t Getreide führt zu einer Reduktion des weltweiten Lagerbestandes um 8,6 %. Die globale Versorgungslage bleibt dennoch weiterhin gut (stock-use-ratio 22,9 %).

Ölsaaten – Hohe Ernte erwartet
Die globale Ölsaatenernte dürfte 573,9 Mio. t erreichen und somit um 10 % deutlich über dem Schnitt der letzten fünf Jahre liegen. Während bei Sojabohne die zweitgrößte Produktionsmenge in Höhe von 345,1 Mio. t erwartet wird, dürften sowohl Raps mit 72,4 Mio. t als auch Sonnenblume mit 46,8 Mio. t Höchstwerte erreichen.

Preise derzeit instabil
Die internationalen Börsenkurse zeigen noch kein stabiles Niveau. Grund dafür sind die noch ausständigen endgültigen Ernteergebnisse in den Hauptanbauregionen sowie die Unsicherheit über die bevorstehenden Maisernten. Die Notierungen in Paris bewegen sich derzeit deutlich unter den Höchstwerten der letzten 2 Jahre, wobei Weizen und Raps eine leichte Preissteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen.

Erntebilanz Österreich
Die Erträge bei Getreide sind in Österreich im Erntejahr 2017 gegenüber dem Erntejahr 2016 um rund 22 % niedriger ausgefallen. Die Getreideproduktion (ohne Mais) wird auf rund 2,8 Mio. t geschätzt und liegt somit rund 800.000 t unter dem vorjährigen Rekorderntejahr.  Die prognostizierte Gesamtproduktion von 4,7 Mio. t (mit Mais) beeinflusst die österreichische Getreidebilanz negativ. Bei einem wachsenden Inlandsverbrauch steigert sich der Importnettobedarf von 300.000 t Getreide auf voraussichtlich 1,4 Mio. t, vorausgesetzt die Maisernte entspricht den derzeit ohnehin schon mäßigen Erwartungen.

Erntebilanz Kärnten

Mais

Die Maisernte ist derzeit in vollem Gange. Gut die Hälfte des Körnermaises (Anbaufläche ca. 15.000 ha) dürfte bereits eingebracht sein. Die Erträge sind kleinregional sehr unterschiedlich. Man kann von einer durchschnittlichen Ernte von 10,5 t je ha ausgehen, die geringfügig unter dem Jahr 2016 liegt. Die Anbaufläche von Mais hat gegenüber dem Vorjahr geringfügig zugenommen.

Leider zugenommen hat auch der Befall mit dem Maiswurzelbohrer, sodass seit dem vergangenen Jahr auch wirtschaftliche Schäden zu verzeichnen sind. Die Landwirtschaftskammer Kärnten betreibt neben dem Maiswurzelbohrer- und Mykotoxinmonitoring auch ein Sortenscreening, sodass den Landwirten Sorten empfohlen werden können, bei welchen maximale Korngesundheit gewährleistet werden kann.

Getreide
Die Getreidesituation 2017 war sehr durchwachsen. Nach dem langen trockenen Winter waren viele Bestände durch Kahlfrost geschädigt. Auch die Bestockung ließ viele Wünsche offen. Eine geringe Anzahl an ährentragenden Halmen, wenige Körner pro Ähre und das große Niederschlagsdefizit, insbesondere in der letzten Phase der Kornfüllung waren die entscheidenden Faktoren für das nicht ganz zufriedenstellende Gesamtergebnis.

Bedingt durch einen frühen Kälteeinbruch im Herbst und geringer Bodenfeuchte im Frühjahr bildete das Wintergetreide eine geringe Anzahl an ährentragenden Halmen (schlechte Bestockung). Die abgelieferten Mengen zeichneten sich jedoch durch sehr gute Qualität aus. Vor allem Mahlweizen, Braugerste und Brotroggen konnten mit sehr guten Qualitätsparametern punkten.

Sojabohne
Österreich ist Sojaprofi. Wir bewirtschaften zwar nur knapp zwei Prozent der EU-Ackerfläche, sind aber der viertgrößte Sojaproduzent der Europäischen Union. Unsere Eiweißstrategie macht sich bezahlt: Wir erzeugen gentechnikfreies Soja für die menschliche Ernährung und als Futtermittel, haben uns in beiden Bereichen florierende Exportmärkte aufgebaut und sind mittlerweile bei Eiweiß kein Netto-Importeur mehr. Außerdem schützt jede Tonne Eiweiß, die im Inland erzeugt wird, den Regenwald vor Abholzung.

Auch die Kärntner Bauern sind zu wahren Sojaprofis geworden. Die Anbaufläche ist auf knapp 4.000 ha angestiegen. Die Ertragssituation ist zufriedenstellend, obwohl es durch den verregneten September zu Verzögerungen in der Erntekampagne gekommen ist. Die durchschnittlichen Erträge liegen bei gut 3 t je ha. Das Lagerhaus Lavanttal hat sich zu einem Sojapionier entwickelt und produziert für Kärntner Landwirte heimisches Sojaschrot.

Ölkürbis
Die für Kärntner Verhältnisse kleine, aber feine Kultur konnte heuer zufriedenstellende Erträge erwirtschaften, welche regional über Kernöl und Knabberkerne vermarktet wird. Generell hat sich die Anbaufläche österreichweit nach dem Kürbisboom 2015/16 halbiert.

Grünland
Die Futtererntemengen waren 2017 gebietsweise sehr unterschiedlich. Ertragsverluste je nach Gebiet um die 15 bis 40 % mussten verzeichnet werden. Gesamt gesehen, können wir von einer Durchschnittsernte ausgehen.

Von der Sommertrockenheit waren der dritte und der vierte Schnitt in den Gunstlagen betroffen, im Bergebiet der zweite Schnitt. Bei den Englischen Raygrasbeständen kam es zu extremen Ertragsverlusten durch die Kahlfröste. Kleereichere Futterbestände waren den Gräser Reinbeständen überlegen, da Klee mit weniger Niederschlag das Auslangen findet. Engerlingsschäden häufen sich.

Betriebe, die an der Maßnahme „Silageverzicht“ teilnehmen, hatten bei der letzten Mahd teilweise Probleme mit der Bodentrocknung aufgrund der wenigen Sonnenphasen. Der Almauftrieb geht in Richtung früherer Beginn der Alpung. Im Lesachtal hatten die Almen teilweise zu wenig Wasser. Beobachtet wurde ebenso ein verstärktes Auftreten von Wildschweinschäden, vor allem Rotwildschäden im Grünland.

Obst
Kärnten verfügt über wertvolle Obstlandschaften, die ein wesentlicher Bestandteil seiner Kulturlandschaft sind. 2017 war auch durch die Frostnächte Ende April geprägt. Dabei kam es zu Schäden unterschiedlicher Ausprägung im Bereich des Obstbaues. Das übrige Jahr hatte ausreichend Niederschläge. In verschiedenen Gebieten gab es auch noch Hagelschäden. Der Intensivobstbau gleicht dem anderer Obstbaugebiete in Form und Sortiment.

Die rund 21 Erwerbsobstbauern sind über das ganze Bundesland verstreut, eine gemeinsame Vermarktung ist daher kaum möglich. Die Obstbauern erzeugen hochwertiges Obst, das selbstvermarktet wird. Das Jahr 2017 erbrachte eine um rund 30 bis 40 % geringere Erntemenge als in einem Durchschnittsjahr. Vor allem Steinobst wurde vom Frost Ende April geschädigt, wobei es regional je nach Lage des Obstgartens Unterschiede gab. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 19,5 kg/Jahr.

Der Streuobstbau dient als Rohstoffgrundlage für Verarbeitungsprodukte wie Obstwein, Säfte, Destillate, Liköre und Essige. Diese Produkte werden ebenfalls über die Direktvermarktung verkauft. Im Streuobstbau ist ebenfalls mit einer um 50 % geringeren Ernte als in einem Durchschnittsjahr zu rechnen. Auf geschätzten 8000 ha Streuobstfläche beträgt die Ernte 2017 rund 8.000 Tonnen.

Wein
Auf rund 120 ha wird derzeit Wein in Kärnten angebaut. Auch hier kam es zu Frostschäden unterschiedlicher Ausprägung, die 30 bis 40 % betragen. Auch führte Hagelschlag in verschiedenen Gebieten zu beträchtlichen Ausfällen. Die restliche Ernte zeichnet sich durch eine sehr gute Qualität aus. Mit rund 200.000 Flaschen Gesamtproduktion ist zu rechnen.

Gemüse
In Kärnten wird auf rund 200 ha (inkl. Mehrfachnutzung) Gemüse angebaut. Die Vermarktung erfolgt zum Teil über den Handel (Salate, Karotten, Spargel, Kraut) und zum Teil direkt über Hofläden, Wochenmärkte oder direkt in die Gastronomie. Die Produktpalette reicht von Brokkoli über Paprika und Tomaten bis zu Zwiebeln. Die Anbaugebiete für Feldgemüsebau liegen im Krappfeld, im Raum Klagenfurt, im Lavanttal sowie im Raum Spittal. Kleinstrukturierter Gemüsebau mit großer Vielfalt ist im ganzen Land zu finden.

Kräuteranbau & Sonderkulturen
Im Lavanttal werden Kräuter im Vertragsanbau kultiviert und entsprechend verarbeitet (getrocknet). Mehrere Betriebe produzieren auch „Schönungsdrogen“ (Ringelblumenblüten, Borretschblüten, Monardablüten) in kleinen Mengen für eine Kräuterverarbeitungsgenossenschaft.

Fotos: Marion Lobitzer

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